VII'
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Geneigter Leser!
Andächtig und erhörlich beten ist eine Kunst, welche nicht den menschlichen Kräften, sondern der Wirkung des Geistes Gottes zuzuschreiben ist, 1 Kor. VII. 3. Dieser treibet die Kinder Gottes an, ihre Noth und Anliegen dem himmlischen Vater, im Vertrauen auf feine Hilfe und Erhörung, durch Christum vorzutragen. Bei ihnen ist ein Gefühl eines Mangels und Elendes; zugleich aber auch eine Absicht auf Gottes Majestät und Güte. Beides unterscheidet sie von den Weltkindern und Heuchlern. Bei diesen spüret und höret man zwar auch etwas vom Gebet, fie reden Gott an mit ihrem Munde, im Herzen aber wissen sie nichts davon. Auf die Majestät und Güte Gottes haben sie keine Absicht, weil sie sonst mit ge: bührender Ehrfurcht des Herzens vor den würden treten, der Herzen und Nieren prüfet, Pf. VII. 10., und nicht bloß äußerlicher andächtiger Geberden sich


