Vorrede.
IX
langet keine Erhörung, jener aber hat sie nach der Verheißung Christi gewiß zu erwarten. Joh. XVI. 23. Doch ist auch bei denen, welche alle erforderlichen Eigenschaften eines rechten Beters haben, noch einiger Unterschied zu bemerken. Einige sind für sich selbst im Stande, ihre Noth Gott vorzutragen, ohne sich an eine gewisse Formel zu halten, andere aber sind, wegen ihrer natürlichen Blddigkeit und Einfalt, oder wegen Betrübniß ihrer Seelen, oder wegen anderer Ursachen, nicht im Stande, dieses zu thun. Diese letztern halten sich gerne an solche Gebets Formeln, welche auf ihre Umstände gerichtet sind, oder welche ihnen, zur Erhaltung und Vermehrung ihrer und der Ihrigen Andacht, am hinlånglichsten zu seyn scheinen. Diesen nun nach Wunsch an Handen zu gehen, haben, bald nach dem Anfang der gesegneten Reformation, offentliche Lehrer, oder auch andere andächtige Beter, entweder die von ihnen selbst verfertigten Formeln, oder sol. che, die aus Anderer Schriften gesammelt, zum gemeinen Gebrauch zusammen drucken lassen. Hieher sind zu rechnen, außer Luther's und Melanchthon's Arbeit, Musculi, Mathesii, Melisandri, Arndt's, Ecriver's und andere Sammlungen, so öfters dem Druck übergeben, und von vielen, nicht ohne großen. Segen und Frucht, sind gebraucht worden. Unter den neuesten ist der nunmehro sel. Herr Benja. min Schmolck, wegen seiner geistreichen und wohleingerichteten Gebete am beliebtesten: und da er


