zu Kientheim.
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Lin Mann wird wunderbar gerettet.
In dem Jahre 1492, nächst dem letztvergangenen Samstage nach St. Lur Tag, war Bürcklin Ritter von Vißlingen, in der Bar, bei Fürstenberg, allhier, welcher sich zu unserer lieben Frau nach Kientheim in Lodeśnöthen verheißen, und sagte, daß eines Ta= ges ein geladener Wagen auf ihn gefallen; es sey ihm Klaus Fridinger nachgegangen, und als derselbe dieses gesehen habe, gieng er hinzu und wollte ihm helfen, konnte aber nichts ausrichten, so daß er sicher glaubte, er müßte ihn unter dem Wagen sterben lassen. Da habe er, der vorgenannte Klaus, die Mutter Gottes allhier zu Kientzheim angerufen, welche ihm gleich scheinbarlich erschien und den vor= genannten Bürcklin unter dem Wagen mit gesundem Leibe hervorbringen half. Sie beide, Bürcklin und Klaus thaten also die Fahrt zu der Mutter Gottes den vorgenannten Samstag, und bezeugten dieses bei ihrem Eide, den sie ihrem Herrn geschworen hatten, daß dieses so vorgegangen und geschehen sey.
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Lin Verwundeter wird geheilt.
Ebenfalls wurde der Niclaus Schmidt von St. Johann bei Elsaß- Zabern, mit einem Pfriemen hinten auf den Hals bis in den Leib hinein, so lange der Pfriemen ist, so stark gestochen, daß ihm Jedermann das Leben absprach. Da verhieß ihn sein Vater allhier zu unserer lieben Frau, und alsbald


