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Beschreibung der Wunder
178.
Lin Weib, welches drei Tage die Rede verloren hatte, bekommt dieselbe wieder.
Joß Früß von Schönensteinbach, bei Ensisheim gelegen, sagt bei seinem Eide, den er seinem Herrn gethan hatte, seine eheliche Hausfrau, Namens Endle, habe drei Tage ohne Sprache da gelegen. Da habe er sie zu unserer lieben Frau mit einem Opfer verheißen; sobald er dieses gethan hatte, ward sie auf die Stunde gesund und redend. Dieses geschah zu Mitfasten, und die Fahrt den Dienstag nach dem Sonntag Quasimodo geniti, im Jahre 1492.
179.
Lin Knabe, welcher für todt gehalten wurde, wird gesund.
Andreas Engel und seine Hausfrau Walburga, Bürgerin zu Colmar, sagte, bei ihrer Treue an Eidesstatt, sie habe einen jungen Knaben, bei dritthalb Jahre alt, welcher auch hier gegenwärtig war, welchem einer mit einem Karren, der mit eichenen Stangen beladen war, über sein Herz fuhr, so daß jeder glaubte, das Kind wäre todt. Da verhießen sie den Knaben mit einem Opfer zu unserer lieben Frau allhier nach Kientzheim; sobald sie die Fahrt zu thun verheißen, wurde der Knabe auf die Stunde wieder lebendig und gesund. Gegeben am Dienstag vor dem heiligen Pfingsttage als die Fahrt geschah, im Jahre 1492.


