zu Kienkheim.
thal hierher, und sagten, sie seyen aus Burgund gefahren und haben in der Schweiz Ochsen kaufen wollen, während dessen seyen sie beide gefangen und auf ein Schloß, liegt zwei Meilen von Bern zu Welsch( französisch) Beuchesteaux, geführt worden, wo man sie schätzen wollte. Sie riefen beide St. Claus und unsere liebe Frau an, und wurden in ihren Bitten erhört, und von den Ketten, in denen sie wohl sechs Wochen gefeffelt lagen, le= dig. Deßhalb dankten sie unserer lieben Frau und St. Claus. Gegeben am Samstage nach St. Lur Lag, im Jahre 1490.
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Lin Priester wird aus großen Lothen befreit.
In dem Jahre 1491, den Donnerstag nach St. Marr, war Herr Johann Cantor von Wiler, Ka= nonikus zu Neuenburg an der Hardt, allhier, und fagte, er habe sich im vierzehnten Jahre seiner Jugend in den allergrößten Todesnöthen zu unserer lieben Frau nach Kientzheim verlobt, daß wenn ihm Gott und die Mutter Gottes gnädiglich davon helfen wolle, er alsdann mit Gottes Hülfe Priester zu werden, sich unterstehen wolle. Er wurde also von solcher Noth erlößt, und im vierzehnten Jahre seines ehelichen Standes, nach dem Tode seiner Hausfrau Barbara von Speyer, Priester geworden. Er ver= richtete also auf den obgenannten Lag, zum Lobe der Mutter Gottes und aller Heiligen, und zum Troste aller gläubigen Seelen, die versprochene Wallfahrt. Amen.
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