Druckschrift 
Mirakel-Buch, worin hundert und etliche achtzig Wunder erzählt werden, die in der Wallfahrtskapelle zu Kientzheim im Elsaß ehemals geschehen sind ; nebst einer kurzen Geschichte von Kientzheim und der dortigen Liebfrauen-Wallfahrt / durch P. Bernardin Buchinger, weiland Abt zu Lützel und Maulbronn
Entstehung
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zu Kienkheim.

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Hals, und ergriff ein Schwert, um die Frau zu erschlagen; er fiel aber in Ohnmacht. Die Herbei­gelaufenen riefen unsere liebe Frau allhier in Kientz­heim an, sie wolle ihm sein Bewußtseyn erflehen, damit er doch wenigstens seine Sünde bereuen könnte. Nach der Anrufung kam er zur Vernunft, beichtete, ward mit dem heiligen Sakramente versehen, und lebte noch bis an den dritten Tag.

158.

Lin Gefangener wird befreit.

Hans Bernhard von Ampringen, des Abtes von Luders Jäger, sagt, es sey jezt ein Jahr, daß die Franzosen ihn bei Luders gefangen genommen, und ihn nach Frankreich in ein Kloster eingesperrt, und dreimal in ein Wasser geworfen. Da habe er allemal unsere liebe Frau allhier zu Kientheim angerufen, sie möchte ihn vor dem Lode behüten, und ihn zu Reue und Beicht kommen lassen; und er habe jedes­mal Rettung gefunden. Hernach seyen sie auf die Fütterung geritten; da sollte er mähen, konnte aber nicht, sondern mußte mit einer Sichel schneiden. Als sie ihre Bürde gemacht hatten, saß der, welcher ihn verwahren sollte, auf einem Pferde, und hieß ihn, sich an den Schwanz heben; er ließ das Pferd vor sich herlaufen, da war ein Wald nahe dabei, so kam etwas und sprach zu ihm: Lauf in den Wald! Er sah um sich und merkte nichts. Da sprach es abermal: Laufe, und hieß ihn zum dritten Male laufen. Er lief also in den Wald, und mit der Hülfe der Mutter des allmächtigen Gottes kam er davon und war den Mittwoch vor St. Vitus Tag allhier.