L Beschreibung der Wunder
159.
Lin ertrunkenes Kind wird lebendig.
Den Freitag nach St. Ulrichs Tag, 1480, sagten Galle Stehle von Gundlingen und Elise, seine Ehefrau, sie seyen gestrigen Donnerstag auf den Neckern gewesen, und haben geschnitten, unterdessen ihrem Kinde, Namens Thomele, befohlen wurde, andere Kinder und einen Knaben zu hüten. Als sie Abends nach Haus kam, fand sie ihr Kind in einem Wassergraben, der vor ihrem Hause hinlief, leblos daher schwimmen. Eilends zog sie das Kind aus dem Wasser und rief die Mutter Gottes allhier zu Kientzheim wie auch den heiligen Gervasius und Protafius an, sie möchten Barmherzigkeit von Gott erflehen, und durch ihre Fürbitte dem Kinde das Leben widerum bringen, sie wollte es baarfuß mit einem Opfer hierhin bringen. Auf die Stunde kam das Kind wieder zu sich. Vater und Mutter waren mit dem Kinde allhier.
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160.
Lin unsinniges Weib kommt wieder zu Verstand.
Elise Luser von Mühlhausen, zu Brunstadt wohnhaft, sagte, daß sie taub und solcher Maßen wüthend war, daß man sie im Gefängniß halten und hüten mußte. Die Mutter Gottes welche sie angerufen, erhörte sie und half ihr, daß sie wieder zur Vernunft kam; sie war heute den Samstag nach St. Ulrichs Zag hier und brachte unserer lieben Frau ein Opfer.


