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Mirakel-Buch, worin hundert und etliche achtzig Wunder erzählt werden, die in der Wallfahrtskapelle zu Kientzheim im Elsaß ehemals geschehen sind ; nebst einer kurzen Geschichte von Kientzheim und der dortigen Liebfrauen-Wallfahrt / durch P. Bernardin Buchinger, weiland Abt zu Lützel und Maulbronn
Entstehung
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Beschreibung der Wunder

Wunderzeichen des Jahrs 1473.

123.

Ein von einem Pferde todtgeschlagenes Kind wird wieder lebendig.

Auf Ofterdienstag sagte Hans Geßlin von Oben­heim, er habe ein Kind, Namens Hans, welches in einem Alter von zwei Jahren von einem Pferde so getreten wurde, daß ihm ein Ohr abgeschlagen wurde, und es wohl zwei Stunden für todt gehal­ten würde. Er verhieß das Kind zu unserer lieben Frau; da bekam das Kind das Leben wieder und lebt noch, und er machte mit dem Kinde die Wall­fahrt hierher.

124.

Ein tödtlich verwundetes Kind wird gesund.

Hans Rem von Rosheim sagt, er habe ein Kind, Namens Georg, welches mit einem Auge einen Fin­ger tief in ein Messer gefallen sey, und für ein Opfer des Todes gehalten worden. Da verhießen sie das selbe allhier nach Kientheim zu unserer lieben Frau mit einem wächsenen Kinde und dem Messer in des Kindes Auge, wie es hier gegenwärtig zu sehen ist. Während nun der Bote Lorenz Rem, der Bruder des Vaters des Kindes, die Wallfahrt unternommen, und bereits den dritten Tag erreicht hatte, lag das Kind ohne zu reden und ohne zu essen. Als der Bote zurückkam, fieng es wieder an zu reden, und in neun