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Mirakel-Buch, worin hundert und etliche achtzig Wunder erzählt werden, die in der Wallfahrtskapelle zu Kientzheim im Elsaß ehemals geschehen sind ; nebst einer kurzen Geschichte von Kientzheim und der dortigen Liebfrauen-Wallfahrt / durch P. Bernardin Buchinger, weiland Abt zu Lützel und Maulbronn
Entstehung
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Beschreibung der Wunder

wie sie zuvor gewesen. Dieß ist gesagt am Palm­abend des Jahrs 1470, und zu den Heiligen ge schworen, daß es wahr sey.

110.

Lin ertrunkenes Kind wird wieder lebendig.

Agnes, des Emerich, eines Schneiders und Pfört­ners Frau zu Morsmünster( Maurusmünster) sagte, daß ihr Kind, Namens Dietrich, welches auch hier gegenwärtig war, zu Morsmünster vor dem Thore in ein tiefes Wasser gefallen sey. Als es der Vater darin liegen sah, ließ er sich an einer Stange in das Wasser und nahm das Kind heraus. Es war aber kein Leben mehr in ihm und länger als eine Stunde batte es keinen Athem mehr. Während dessen rief des Kindes Mutter unsere liebe Frau allhier zu Kientz­heim an; auf die Stunde bekam das Kind sein Le­ben, und die Mutter und das Kind waren heute auf den heiligen Osterstag allhier zu Kientheim und bezeugte dieß bei Weibes Treue, anstatt eines Eides.

111,

Lin Gefangener wird erlöset.

Hans von Tobel sagte bei einem Eide, den er dar-. um zu den Heiligen geschworen, er habe zum Stein gefangen gelegen und ihn hätten zwei Knechte ge­hütet. Da rief er unsere liebe Frau allhier zu Kientz­heim an, und entkam in der Christnacht während der Metten. Als er nun aus dem Gefängnisfe kam, fürchtete er, die zwei Knechte, welche ihn hüteten, möchten seinetwegen in Unglück gerathen; er gieng