Druckschrift 
Mirakel-Buch, worin hundert und etliche achtzig Wunder erzählt werden, die in der Wallfahrtskapelle zu Kientzheim im Elsaß ehemals geschehen sind ; nebst einer kurzen Geschichte von Kientzheim und der dortigen Liebfrauen-Wallfahrt / durch P. Bernardin Buchinger, weiland Abt zu Lützel und Maulbronn
Entstehung
Einzelbild herunterladen

zu Kienkheim.

37

Wochen an Händen und Füßen lahm gewesen sey, daß sie sich mit einem halben Pfund Wachs. zu der Mutter aller Gnaden, unserer lieben Frau allhier, nach Kientheim verpflichtet habe. Sobald sie die Fahrt verheißen hatte, sey das Leben wiederum in ihre lahmen Glieder zurückgekehrt.

4.

Linem tauben Kinde wird geholfen.

Johann Speth von Löffingen sagt, sein Sohn Remigius habe drei ganze Jahre nichts gehört und er sey ganz taub gewesen; er habe ihn also zu dem gnadenreichen Bilde unserer lieben Frau verheißen, und am Pfingsttage versprochen, er wolle morgen auf den Markt gehen und dann die Fahrt machen, die er verheißen hatte, und gleich in einer halben Stunde, sey der Knabe gesund worden.

5.

Lin Mann, auf welchen ein Pferd gefallen, wird errettet.

Claus Küngesheim, ein Schultheiß zu Ober- Berg­heim, wollte mit seinem Pferde einen Graben hinauf reiten, und in dem Graben war Eis; beim Aufstei­gen fiel das Pferd mit den hintern Füßen auf den Rücken so auf den Schultheißen, daß er nichts an­ders wußte, als daß ihm der Sattelbogen im Herzen und im Leibe stäche; und während das Pferd so auf ihm lag, rief er unsere liebe Frau, die gnadenreiche Mutter Gottes zu Kientheim an. Auf die Stunde kam er vom Pferd und war doch so schwach, daß er