Geschichte von Kientheim
Berühmtheit behauptet hat. Die Menge der herbeiströmenden Pilger machte eine Erweiterung der Kapelle nothwendig, und wirklich führte der Abt Johann Stantenat von Lützel die Kirche in der Weise auf, wie sie dermalen noch besteht, und Nicolaus, Bischof von Tripolis und Weihbischof von Basel, weihte sie am weißen Sonntage im Jahre 1470, zu Ehren des heiligen Kreuzes, der allerheiligsten Jungfrau Maria und des heiligen Evan= gelisten Johannes ein. Dieser Feierlichkeit wohnte Johann von Venningen, Bischof von Basel, selbst bei, nebst dem Grafen von Lupfen, dessen Familie und vielen andern hohen geistlichen und weltlichen Standespersonen. Dabei ertheilten beide Bischöfe Ablässe, von denen die Urkunden weiter unten stehen. Ob aber die eigentliche Confecration der Kirche damals, oder früher, oder erst später vorgenommen worden, kann nicht angegeben werden; nur soviel ist gewiß, daß von Alters her die Kirchweihe daselbst am 11ten September auf St. Felir- und RegulaTag gefeiert wurde. dan Bonito
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Nach Vollendung der neuen Kapelle stellten der Bischof von Basel und der Abt von Lützel, nebst dem im Lützelhofe wohnenden Ordensgeistlichen und Leutpriester( oder Pfarrer), noch einen besondern Kas plan auf, weil die Menge der Wallfahrer drei Priester in Anspruch nahmen, die denn auch durch Abhaltung des Gottesdienstes, durch Predigten und Beichthören 2c. ihren Eifer zu bethätigen sattsam Gelegenheit hatten. Nebst andern gottgefälligen Dingen setzten diese Geistlichen zu Ehren der allerfeligften Gottesgebärerin den Rosenkranz nebst Salve Regina in der Kapelle ein, welche heilige Uebung sich bis auf den heutigen Tag erhalten. Bischof Johann von Basel erhöhete diese Andacht noch da


