und U. L. Frauen Wallfahrt daselbst.
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Gräben und Wällen umgeben, und zu einer Stadt erheben, die Kaiser Friedrich im Jahre 1460, gleich den Nachbarstädten mit Freiheiten versah, nebst dem Rechte, Wochen- und Jahrmärkte zu halten. Dadurch hob sich auch die Kirche zu den heiligen Felix und Regula, besonders weil der Abt Nicolaus von Lützel bereits im Jahre 1444 von den Vätern des Concils von Basel mehrere Ablaßbriefe für dieselbe erhalten hatte. Ihren eigentlichen Glanz empfieng sie aber erst im Jahre 1466 durch folgendes Ereig-. niß, wodurch sie zu einem berühmten Wallfahrtsorte heranwuchs.
Als in gedachtem Jahre der Wildgraf Johannes, des heiligen Römischen Reichs Unterlandvogt zu Hagenau, mit einer Heeresmacht in's Elsaß eingefallen, und nebst andern Orten auch den nächst Kientheim liegenden Flecken Sigolsheim, der dem Grafen Johann von Lupfen gehörte, in Brand ge= steckt, flüchteten einige frommen Leute die zwei Bildnisse der Gottesmutter und des heiligen Evangelisten Johannes aus der Sigolsheimer Kirche nach Kientheim in die St. Felir- und Regula- Kapelle, woselbst nach einigen Tagen mit denselben ein großes Wunderzeichen sich zugetragen, das von vielen Zeugen authentisch bestätigt wurde.
In Folge dieses Ereignisses wurden viele gottesfürchtige Christen zu dem Bildnisse der allerseligsten Jungfrau gezogen, und durch ihre Fürbitte geschaben viele Wunderheilungen; dadurch entstand eine Wallfahrt, die von jener Zeit an stets eine so große
1 Diese Ablaßbriefe ftehen am Schluffe dieses Berichts. Die deßfalsige Urkunde weiter unten nach den Ablaßbriefen.
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