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Communionandachten.
den konnte und sollte, der weise, ein Hausvater und eine Hausmut= erleuchtete, gläubige, geheiligte, ter, oder ein Kind und ein Hausnach deinem Ebenbilde erneuerte, dir ähnliche und wohlgefällige, zu allen guten Werken geschickte, in denselben geschäftige und eines höhern Zustandes fähige Mensch)?
Ich bin ein Bekenner, ein Nachfolger Jesu Christi, und rühme mich, das zu sein. Ich glaube an ihn als den Heiland und Selig: macher aller Menschen, als den Erretter von der Sünde und dem Tede, als den Wiederbringer des Lebens und der Unsterblichkeit, als unsern Vorgänger und Herrn. Ich hoffe, durch ihn Gnade und Vergebung, Kraft und Stärke, Trost und Ruhe für meine Seele, Hülfe und Errettung im Leben und Sterben, Seligkeit und ewiges Leben zu erlangen. Denke und handle ich nun auch so, wie es einem Bekenner und Nachfolger Jesu zukommt? Würde Jesus in mir seinen Bekenner und Nachfol: ger erkennen? Werden Andre mir es anmerken, daß ich Jesu Bekenner und Nachfolger bin, daß ich sein Bild an mir trage, daß ich so gesinnet bin, wie Jesus Christus auch war, daß ich so denke und handle, wie er dachte und handelte? Finde ich selbst eine gewisse Aehn= lichkeit zwischen mir und Jesu, zwischen meinem Verhalten und seinem Verhalten? Habe ich mich burch ihn von der Knechtschaft der Sünde erlösen und durch seinen Geist reinigen und heiligen lassen? Bin ich zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes gelangt? Habe ich Gnade bei Gott und Vergebung mei ner Sünden durch ihn gefunden, oder muß ich sie erst suchen? Genieße ich die Gerechtigkeit und Stärke, den Frieden, die Freude, die Ruhe der Seele, die bei ihm zu finden ist? Bin ich wirklich durch ihn selig worden, und kann ich mit Zuverlässigkeit hoffen, es tünftig zu werden?
Ich bin ein Mitglied der Gesellschaft, ein Vorgesegter, oder Uns tergebener, ein Herr, oder Diener,
genoffe, ich bin reich oder arm, hoch oder niedrig, glücklich oder unglücklich. Auch hier habe ich große und wichtige Pflichten, des ren Beobachtung oder Unterlassung für mich Folgen haben wird auf ewig. Ich soll den Stand, dar inne ich stehe, würdig behaupten, den Plaß ausfüllen, den ich einnehme, meinen Beruf mit der ge= wissenhaftesten Treue und Redlichkeit abwarten. Ich soll die Stelle Jesu unter meinen Brüdern vers treten, einen Jeden lieben, einem Jeden wohlwollen, einem Jeden helfen und dienen, eines Jeden Glück befördern, so viel ich kann, von einem Tage, von einer Stun de zur andern Gutes thun und nicht müde werden. Ich soll Andern, und besonders denen, mit welchen ich auf besondere Weise verbunden bin, durch mein Beis spiel vorleuchten und vorgehen. Sch soll im männlichen Alter mich durch männliche Gesinnungen und Thaten, durch geübte, standhafte, exemplarische Tugend auszeichnen. Ich soll meine jugendliche Unschuld nie entweihen, sie auf das Sorgs fältigste bewahren, mich einer uns befleckten Reinigkeit des Leibes und des Geistes, einer frühzeitigen, les benswierigen Frömmigkeit und Gets tesfurcht befleißigen. Ich soll im Glücke demüthig, im Unglücke ge= duldig, mäßig in der Freude, ges trost in Leiden sein. Ich soll Alles thun, was ich thue, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi, mih in allen Dingen als seinen Diener beweisen. Und wie habe ich nun dieß Alles zeither gethan? wie diese Pflichten erfüllt? welche Folgen wird das für mich haben in jener Welt?
Ich besige so viele Mittel des Heils und der Besserung, durch welche ich weiser, gläubiger, tuz gendhafter und seliger werden kann, als diejenigen, die diese Mittel nicht besigen. Wie habe ich nun. diese Mittel angewendet, und bin


