Tageszeiten. Abend.
4. Ich blicke reuend auf die Stunde, die ungenußt mir heut entwich, gelobe dir mit Herz und Munde, o Gott, mehr Treue gegen dich. Ja jedes künftgen Tages Licht sei Beuge treu erfüllter Pflicht.
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und hab' ich nichts gered't, das ich bereuen soll?
Prüfung am Abend.
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Mel. O Gott, du frommer ic. Der Tag ist wieder hin. Und diesen Theil des Lebens, wie hab ich ihn verbracht? verstrich er mir vergebens? hab' ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? hab' ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. Wars in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen, mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott der Tugend mich zu weihn, und züchtig, und ge= recht und Gottes Freund zu sein?
3. Hab' ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen, mir und der Welt ge= nüßt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sahn?
4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott ge rühret? erfreut' ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? und hab' ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt?
5. Dacht' ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? verehrt ich ihn im Staub? empfand ich seine Huld? trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld?
7. Hab' ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten uns terrichtet? war zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bez quem? ein Glück, das Andre traf, war dieß mir angenehm?
8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? bestritt' ich auch in mir ein unerlaubt Ver= langen? und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 9. Gott, der du Alles weißt, was könnt' ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit Vergieb durch meiner Seelen. Christi Blut mir die verlegte Pflicht, vergieb, und gehe du nicht mit mir ins Gericht.
10. Ja du verzeihest dem, den seiz ne Sünden fränken, du liebst Barmherzigkeit, und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir. Leb' ich, so leb ich dir, sterb' ich, so sterb' ich dir.
Für Leidende.
6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt' ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? war auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll?
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Mel. Nun sich der Tag geendet ic.
Auch diesen Tag hab' ich volle bracht mit aller seiner Noth. Nur deiner Vaterlieb' und macht ver: dank' ich es, o Gott.
2. Wärst du nicht meines Lc= bens Kraft, mein Retter und mein Heil, so würd in meiner Pilger: schaft kein Trost mir je zu Theil.
3. Uch ohne dich, Augütiger, Von verging ich in der Noth. Freudigkeit und Hoffnung leer wär' ohne dich mein Tod.
4. Doch welchen Trost fühlt nun mein Herz: Du bist, du bleibst mein Gott. Dein Wort versüßt mir jeden Schmerz, und lindert jede Noth.
5. Froh kann ich mich dem Schlaf vertraun; auch schlafend bin ich dein. Bor keinem Unfall


