Von Gott, dessen Wesen
16
9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ich's meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ich von Außen fcheine? Sieb, ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu bir erhöht. Mel. Wie groß ist bes Allmächt' gen Güte
25
Do find die Weifen, die mich lehren, wie unfer Gott allwissend ift? Wer kann mir Forfchenden erklären, was sein Verstand faßt und ermißt? Wer kennet ihn von Angefichte? wer, wenn er noch so hoch sich schwingt? Be kennt's: Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein sterblich Ange dringt
2. Könnt? ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer, und die Gedanken aller Seelen von ihrem erften Ulrsprung ber; so wär ich weiser, als auf Erden ein Mensch ift, als am Strom des Lichts vielleicht selbet Engel jemals werden: doch wüßt ich gegen Gott noch nichts.
dem, der dich kennet, unend. lich groß und wunderbar!
4. Ja, dich bewundern, dir vertrauen, ist meines Geistes erste Pflicht. Smit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, doch dich begreifen kann ich nicht. Gott, nach dem Licht, in dem du wohnest, schau ich mit heiliger Begier, du fieh' es gnädig und belobnest mit Weisheit meinen Blick nach dir.
5. Die Weisheit warnet mich vor Sünden, vor Selbstbetrug und Heuchelei. Ich denke fiets: Gott kann mich finden, wie tief verborgen ich auch sei. Vor ihm kann keine Nacht mich decen, tein falscher Schein betrüget ihn. Mich würde stets sein Daseyn schrecken, könnt' ich gleich aus der Welt entfliehn.
6. Wer kennet ſeines Herzens Tiefen? wer darf, o Gott, sich selber traun? Allwissender! du wollst mich prüfen, du wollest ganz mein Herz durchschauen. Erblickst du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn, und laß mich einft am Ziel den Segen der Frömmigkeit von dir empfahn!
3. Nichts gegen ihn, der fie durchschauet, die Tiefe der Unendlichkeit und jede Welt, die er gebauet und jeden Punkt der Ewigkeit. O du, der Alles weiß und nen
Weisheit Gottes.
Mel. Wer nur ben lieben Gott
net, was ist, was werden 26 Du weifer Schöpfer
All


