der Stadt Jerusalem. day ishiq 109
mischem Kriegesvolke beseßt, daß er Jerusalem, welches allein über geblieben war, desto leichter stürmen und einnehmen könnte. Ebens damals ist Vespasianus von seinem Kriegesvolte zum Kaiser aufgeards worfen worden; er zog deshalben in Egypten, von dannen wollte der in Italien gehen, und übergab Tito indessen das Kriegsregiment off wider die Juden. atrode bonist ammis Titus aber, als er Kundschaft halber an einige Derter nahe bei Jerusalem geritten war, entkam schwerlich, daß er nicht von den Juden gefangen ward; darnach schlug er sein Lager auf bei Scopos, eine viertel Meile von der Stadt, und theilte sein Kriegesvolk, um die Stadt an mehr denn einem Orte zu belagern. Mittlerzeit war ein großes und mächtiges Volk aus allen Städten, von allen Orten auf das Osterfest des Gottesdienstes halber zu Jerusalem zusammen d gekommen. So war auch, wie oben angezeiget worden, zuvor in der Stadt viel zusammengelaufenes Volk, welches aus Galiläa vertrieben worden. Es waren drei Partheien in der Stadt, welche die Einigkeit und das Regiment, je länger, je mehr zerrissen, wie es zu gehen pflegt. Ein Theil hatte den Tempel inne, unter denen war 2 Eleazarus, der Oberste, ein Sohn Simonis, mit dem hielten es die Zeloten, ein böses heuchlerisches Volk, das den Bürgern sehr feind war. Den untern Theil der Stadt hatte Johannes inne, welcher ein Anfang allerlei Unglücks war. Den obern Theil hatte Simon die inne, mit zwanzigtausend Idumeern, welche erfordert waren, Stadt vor der Zeloten Muthwillen und gewaltsamen Vornehmen zu schüßen; da man derselbigen Gäste gerne wieder los gewesen wäre, hat man ihrer nicht los werden können.
Titus, als er nun merkte, daß die Stadt Jerusalem mit so un- ld zähligem Volk überladen und überhäuft wäre, rüstete und stärkte sich in großer Eile, die Stadt zu belagern und eine Wagenburg um sie zu schlagen,( wie Christus zuvor gesagt hatte) dieweil das Volk bei einander wäre, daß sie der Hunger desto härter drängete und ängstete. Da das die Juden sahen, versuchten sie das Neußerste, des es zu hindern, zu wehren und ihm zuvor zu kommen; aber es warn aus mit ihnen, da war kein Glück mehr; unser Herr Gott wollte das Garaus mit ihnen spielen; darum ging ihnen kein Anschlag noch ni Rath von Statten, da war lauter Uneinigkeit. Und ist in dieser Zeit in der Stadt ein Aufruhr entstanden, daß eine große Menge ud Volk bei dem Tempel erschlagen ward.
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Die Stadt Jerusalem war sehr fest an dem Orte, da man zuch der Stadt kommen konnte; sie hatte drei Mauren, darum rückte das mod römische Kriegesvolk mit ganzer Macht hinan, um die Stadt zunch stürmen, und nach großer Arbeit ist die doppelte Mauer erobert und i eingenommen worden. Um dieselbige Zeit ist eine unzählige Menge sid Volks Hungers gestorben, wie Josephus schreibet. Um einen klei- it nen Bissen Brots haben sich oft die besten Freunde gehauen und nal gestochen; die Kinder haben den Eltern, Vater und Mutter den Kin- bad dern oft die Speise aus dem Munde gerissen; da hat weder Bruderia noch Schwester sich des andern erbarmet. Ein Scheffel Korn hat
viele Gulden gegolten, etliche haben aus großem Hunger Kuhmist,


