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Die Beschreibung der Zerstörung
etliche die Riemen von den Satteln, das Leder von den Schilden und dergleichen abgenaget und gegessen; etliche haben noch Heu im Munde gehabt, und sind also todt gefunden worden; etliche haben in den heimlichen Gemächern gesucht sich mit Unsflath und Mist vor dem Hunger zu erretten, und ist eine solche große Menge Hungers gestorben, daß Ananias, Eleazari Sohn, welcher in der Zeit der Belagerung zu Tito geflohen, angezeiget hat, daß 115000 todte Körper in der Stadt gefunden und begraben sein. Hegesippus schreibet, daß allein zu einer Pforte viele tausend Leichen hinaus getragen worden, und daß bei sechs hundert tausend Menschen, Zeit der Belagerung, todt geblieben sind.
Die Juden hatten noch die Burg Antoniam inne, welches eine starke Festung war; so hatten sie auch den Tempel, von welchem eine Brücke in die Stadt ging. Diese Festung zu erobern, kostete viel mehr Arbeit als alle andere Derter. Tito aber, wiewohl er gewiß war, daß der Hunger endlich die Juden in der Stadt tilgen und theilen würde, ward doch die Zeit zu lang, und hielt an und vermahnte das Kriegsvolf, die Festung mit Gewalt zu stürmen. Wiewohl nun große Gefahr dabei war, so gerieth doch den Nömern alles, und war kein Sieg noch Glück mehr bei den Juden. Als nun die Nömer das Schloß inne hatten, gab der Trompeter mit der Posaune ein Zeichen, und wurden die Juden, welche in dem Schlosse waren, alle erschlagen. Etliche sind von den Mauern geworfen worden, etliche sind bei der Nacht eilend in die Stadt gekommen. Folgends hat sich das Kriegsvolk nunmehr gegen die, so den Tempel inne hatten, der Sache ernstlich angenommen.
Man sagt, Titus sei Willens gewesen, den Tempel zu verschonen um der Religion willen: aber es war aus; Gott schickte es, daß da kein Verschonen war. Denn als man lange und heftig gestritten und gearbeitet hatte, und die Juden weder mit Drohen noch Vermahnen zu bewegen gewesen, die festen Oerter zu überge ben; merkte das Kriegsvolk, daß ihnen an diesem Orte nicht anders als mit Hunger,( welches dann lange dauren würde) oder mit Feuer beizukommen wäre. Daher haben etliche der Krieges knechte Feuer in den Tempel geworfen, das ist angegangen, und ist also dieselbige Stunde das herrliche, treffliche und köstliche Gebäude, welches damals hoch und weit berühmt war, verbrannt und zu Asche geworden.
Die Juden, so den obern Ort der Stadt inne hatten, sind zum Theil in die Stadt geflohen, aber viel mehr sind durch das Feuer und Schwert umgekommen. Die Priester haben fläglich gebeten und geslehet, daß man ihnen das Leben fristen möchte; aber da ist Gnade bei Gott und den Leuten aus gewesen. Titus hat, wie Hegesippus schreibt, geantwortet: So ihr Tempel und Gottesdienst dahin sei, bedürfe man der Priester nicht mehr.
Die Verwüstung des Tempels ist den 10. Tag des Monats August geschehen, gleich auf den Tag, da der erste Tempel vom Könige zu Babylon verbrannt ist, und ist der Tag sonderlich der Unglückstag für den Tempel gewesen. Bon dem ersten Tempel und


