Beicht und Communiongebete.
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ahmung vorgestellt? habe ich die bung der Sünden in mein Herz geges Ubungen des öffentlichen Gottesdien stes nicht vernachläfiget, sie stets mit Nugen beobachtet? Habe ich auf die Feier des Nachtmahls Jesu so viel Zeit, Nachdenken und Ueberlegung gewendet, als ich anwenden mußte, wenn sie mir nuglich sein sollte? Wie eifrig und emsig, oder wie kalt und nachlássig war ich in der Gebetsübung? Und wie viel, oder wie wenig habe ich mich bemühet, den Gedanken an Gott, an Jesum und an die zukünftige Vergil tung in meiner Seele gegenwärtig zu erhalten, ihn mit allen meinen Entschließungen und Bestrebungen, Vergnügen und Leiden zu verbinden, und in demselben Stärkung, Ermunterung und Beruhigung zu suchen? Kann ich láugnen, daß ich mich auf vielfache Weise versündiget, daß ich sehr strafbar' gehandelt, daß ich meiner zeitlichen und ewigen Glückseligkeit sehr geschadet habe? Gott! du bist gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue. Du bist bereit, den Sündern zu verzeihen, die ihr Unrecht er kennen und sich bessern. Du hast durch deinen Sohn Bergebung der Sünden uns allen erwerben lassen und sie denen verheißen, die sie durch ihn bei dir suchen. Und ich suche sie, o Gott! ich suche sie mit beschámtem, aber glaubens und hoffnungsvollem Herzen. Ich wünsche nichts mehr, als durch ihn von den Strafen und dem Unglücke der Sünde befreit und deiner Vaterhuld theilhaftig zu werden. Ach, um seinetwillen sei mir gnädig und vergieb mir alle meine Sünden! Amen.
ben haft. Nein, du willst nicht den Tod des Sünders; du willst seine Gr haltung, sein Leben, seine Seligkeit, Aber du willst auch, daß er sich bekehre, daß er von den Sünden, deren Vergebung er sucht, gereiniget, daß er weise und heilig, und durch Weisheit und Heiligkeit deinem Bilde und dem Ebenbilde deines Sohnes ähnlich werde. Gott! ich erkenne deinen weisen und guten Willen. Ich sehe es ein, daß du demjenigen seine Sünden nicht vers geben kannst, der mit Vorsag in den selben beharret; denn du bist eben so heiz lig und gerecht, als gnädig und barme herzig. Ich weiß es, daß du den, melcher der Heiligung nicht nachjaget, zur Gemeinschaft mit dir, zu einem höhern Leben nicht erheben kannst; denn du bist nicht ein Gott, dem gottlos Wesen gefällt, wer böse ist, bleibet nicht vor dir. Ich begreife es, daß die Sünde erniedriget und schåndet, daß sie zeitlich und ewig unglückselig macht, und mit uns serm eigenen Besten, mit der Einrich tung deines Reiches, schlechterdings streitet. Ich erkenne es daher wohl, ich muß die Sünde meiden, ich muß anders und besser werden, wenn ich glückselig sein und werden will. Ich muß die Fehler und Sünden, die ich an mir trage, bestreiten und endlich ganz ablegen. Ich muß reicher an Ers kenntniß Jesu Christi, stårker im Glauben, fertiger und geübter im Guten und in der Liebe zu dir, in der Liebe zu Jesu, in der Liebe zu den Men= schen vollkommner werden. Ich muß insbesondere, nach den Kräften, die du mir verliehen, und nach den Ums ständen, darein du mich gesegt haft,
so heilig, so gehorsem, so Gott erge= ben, so keusch, so gerecht, so geſchäf= tig im Guten, so demüthig, so sanftmüthig, so geduldig, so versöhnlich, so himmlisch gesinnt zu werden suchen, als Jesus Christus auch war. Ich muß hier schon so denken, urtheilen und Handeln lernen, wie man dort denket, urtheilt und handelt. Ich muß hier lieben, was man bort liebt, hier verabscheuen und verdammen, was Ddd 2
Nach der Beichte.
Ja, gnädig und barmherzig bist du, Herr! geduldig und von großer Güte und Treue. Du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden und vergiltst uns nicht nach unsrer Missethat. Du trägst uns Sünder mit vieler Geduld und mit vielem Verschonen. Und Dank, herzlicher, demüthiger Dank sei dir, daß du auch mich von deiner Gnade unb Barmherzigkeit in Christo Jesu versichert, und den Trost der Verge=


