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Neu eingerichtetes Freibergisches Gesangbuch nebst einem Anhange neuer Lieder
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Beicht und Communiongebete.

man dort verabscheuet und verdam- unaussprechlich groß sind die Vortheile, met, trachten nach dem, was droben die du uns dadurch erworben hast: ist, da Christus ist. Ja, das muß Täglich sollten wir uns an deine Ers ich thun. So muß ich denken und barmung und Liebe dankbar erinnern, handeln, so leben und sterben. Und mit jedem Morgen sollten wir den dazu fühle ich mich jest durch deine Vorsag erneuern, uns deiner Gnade Liebe und die Liebe Jesu Christi er würdig zu machen, und bei allen Ge­weckt und gedrungen. Dazu mache schaften, in der Einsamkeit und in ich mich jest in deiner Gegenwart, und Gesellschaft, in traurigen und fröhlis im demüthigen und gläubigen Ver- chen Stunden, sollte uns das Unden­trauen auf deine Hülfe und den Beis ten an dich von Sünden abschrecken, stand deines Geistes anheifchig. Mit zum Eifer im Guten anfeuern, und in diesen Gesinnungen und Entschließun- den Widerwärtigkeiten dieses Lebens be­gen will ich den Leib Jesu im heiligen ruhigen. Aber du kanntest unsre Abendmaht essen und sein Blut trinken. Schwachheit; du sahest, wie leicht wir Gott! thue Gnade zu Gnade hinzu. die Wohlthaten vergessen, oder doch Stärke mich, dein zwar aufrichtig ge- kaltsinnig gegen unsere Wohlthäter sinntes aber schwaches Kind, diesem werden, wenn wir nicht stets neue Entschlusse treu zu bleiben bis in den Beranlassungen finden, an sie zu dene Tod. Laß deine Güte, Geduld und ken. Du bist daher unsrer Schwach­Langmüthigkeit, die du zeither gegen heit dadurch zu Hülfe gekommen, weiser mich Sünder bewiesen hast, mich zur Erlöser! daß du dieses Gedächtniß­Buße, zu einer ganzlichen Besserung mahl deines Todes und deiner wunders meines Herzens und Lebens, leiten. vollen Liebe gestiftet hast, damit wir Mache mich aufmerksam und recht be- das Undenken an dich recht lebhaft er­kümmert um das Heil meiner Seele. neuern, und uns zum redlichsten, dank­Hilf mir die Fehler, die Sünden und barsten Gehorsam gegen dich erwecken bösen Gewohnheiten, die ich an mir sollen. In dieser Absicht will ich dein habe, bestreiten und nach und nach Gedächtnißmahl begehen. Ich will mir ganz ablegen, und im Glauben, in deine Leiden in das Gedächtniß zurück­der Liebe und in allem Guten immer rufen, und mir im Beiste vorstellen, völliger werden. Laß deine Kraft in wie geduldig du so viele Martern auss mir Schwachen mächtig sein, und dei- gestanden, wie bereitwillig du dich nen Geist mich stärken, vollbereiten, am Holze des Kreuzes für mich aufge= träftigen und gründen. Laß mich nicht, opfert hast, um mir das rechte Les Herr, mein Gott! und thue nicht deine ben und ewige Glückseligkeit zu vers Hand von mir, Gott, mein Heil! Hei- schaffen. Ich will mit Freuden rüh­lige mich durch und durch, daß ich ganz men, wie glücklich ich bin, daß ich dich nach Seele und Leibe unstråflich erfun- als meinen Erlöser, Lehrer und Urhe­den werde auf den Tag unsers Sperrn ber meines Heils kenne, daß ich dich Jesu Christi. Amen. meinen Herrn und Gott nennen, und mich deiner Gnade rühmen darf. Ja, mein Erlöser! alle richtige Erkenntniß Göttlicher Erlöser! mit Empfindun- des Guten, allen wahren Trost, alle

Vor der Communion.

gen des innigsten Dankes und mit dem aufrichtigsten Verlangen, hinführo ganz zu deiner Ehre zu leben, will ich das Gedächtniß deines Todes feierlich begehen. Wie hättest du deine Liebe gegen uns und deine Begierde, uns zu beglücken, deutlicher an den Tag legen können, als dadurch, daß du dein theu res Leben für uns dahin gabst? Wie

beglückende Hoffnung habe ich dir zu danken. Ohne dich würde ich unwiſe send, trostlos und elend ſein. Uner­träglich würde mir die Laft ineiner Sünden, fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, schreckt lich der Unblick des Todes und des Gras bes sein, wenn mir deine Lehren und deine trostvollen Verheißungen mitt