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Neu eingerichtetes Freibergisches Gesangbuch nebst einem Anhange neuer Lieder
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Morgen- und Abendgebete.

be wik lig ist, durch die Kraft teines Geistes! Amen.

In der Woche. Des Abends.

1) Gott! wenn wir Alles in deinem Namen anfangen, fortsegen und voll enden, wie getroft und zufrieden fin­den wir uns da nicht! Wie wichtig muß uns jede, auch noch so gering scheinende, Urbeit vorkommen, wenn wir sie als ein von dir aufgetragenes Wert betrachten! Wie leicht und an­genehm muß fie uns werden, sollte sie auch mit noch so v el Beschwerden ver­bunden sein! Und wie gesegnet wird jede solche Urbeit sein, wo nicht immer im Irdischen, doch allezeit im Geist lichen und Ewigen! Ja, wenn ich aus Pflicht und Gehorsam gegen dich arbeite, dann kann ich mich auch hier deines gnädigen Wohlgefallens und deiner besondern Fürsorge für mein ir­disches Wohl versichert halten. Dann habe ich hierin eine beständige Uebung im Glauben, in der Liebe zu dir und den Menschen, in der Nachfolge Jesu, in der ganzen christlichen Tugend und in der Vorbereitung auf jenes Leben. Denn wer im Geringsten treu ist, den wirst du über Viel sehen. Je sorgfát­tiger wir hier die Geschäfte unsers Be­rufs ausrichten; desto wichtigere Ge­( chäfte wirst du uns dort auftragen. Je mehr wir jegt mit dem Pfunde wu­chern, das du uns verlichen hast, desto mehr wirst du uns einst anvertrauen. Je besser wir hier die Kräfte brauchen, die du uns geschenkt hast, desto mehr Kräfte wirst du uns dort verleihen. Je mehr wir in diesem niedern Stande, in diesem engen Wirkungskreise Gutes zu thun bemühet sind, einen desto höhern Stand, einen desto größern Wirtungstreis wirst du uns dort ans weisen. Wer reichlich fået, der wird auch reichlich erndten. Gott! lehre mich das täglich bedenken und treulich befolgen Stärke mich in der bevors stehenden Nacht zu den Geschäften des morgenden Tages mit neuer Kraft, und schenke mir die Gnade, an jedem Tage, den mich deine Gute noch erle­

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ben läßt, Gutes zu thun und nicht müde zu werden, damit ich einft erndte ohne Aufhören. Amen.

2) Wohl dem Menschen, der sich auf dich verläßt, Herr, unsere Zuver­sicht und Stärke! Das habe auch ich alle Tage meines Lebens und auch an dem heutigen erfahren, daß Keiner zu Schanden wird, der sich auf dich ver­läßt, daß du Ullen mit deiner Gnade und Hilfe nahe bist, daß du alles er­hältst und regiereft, und nichts willst, nichts beschließest, nichts thust und nichts geschehen läsfest, als was recht und gut, und allein deinen Kindern heilsam ist. Und das hoffe ich auch in der Zukunft zu erfahren. Unter deiner Aufsicht und Regierung erwarte ich alles, was mich die ganze Lebenszeit stärken, was mich in alle Ewigkeit stärken, erfreuen und beseligen kann. und so darf, so will ich für die 3u­kunft nicht ängstlich sorgen. Nein, alle meine Sorgen werfe ich auf dich; denn du sorgft für mich. Meine ein­zige Sorge auf Erden soil die sein, daß ich deinen Willen thue, nach dei­nem Willen glaube und lebe, und dir wohlgefalle. Wie zufrieden werde ich dann fein mit meinen Schicksalen, mit dem Maaße von Kräften und Gů­tern, das mir verliehen ist, mit der Stelle, die ich in deinem Reiche ein­nehme, mit den Verbindungen, in welchen ich stehe, selbst mit den Lei­den, die ich zu tragen habe, mit die­sem ganzen Leben voll Mühe und Ur= beit, da ich glaube, daß ich alles, was ich bin, durch deine Gnade bin! Wie heiter und froh werde ich mein Leben genießen, da ich unter deiner Regie­rung nichts fürchten, sondern nichts als Gutes, und stets das Beste hoffen darf! Wie getroft kann ich selbst dem Tode und Grabe entgegen seh'n, da ich allenthalben unter deiner Aufsicht stehe, im Tode, wie im Leben, in jes ner Welt, wie in dieser Welt! Du wirst mich allezeit nach deinem Rathe leiten, und mich endlich mit Ehren annehmen. Und wie du mich führst und führen wirft, so will ich gerne ges