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Neu eingerichtetes Freibergisches Gesangbuch nebst einem Anhange neuer Lieder
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Morgen- und Abendgebete.ce

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hen. Nach dir, Herr! verlanget mich! Mein Gott! ich hoffe auf dich; laß mich) nimmermehr zu Schanden wer= den! Amen.

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3) Dein Beispiel, o Jefu! sollte mich an diesem Tage, wie an allen Tagen meines Lebens, leiten und füh­ren. Ich wollte wirken, weil es Zag ist, Gutes thun und nicht müde wer­den, und dadurch reichen Saamen aus streuen auf die künftige Erndte. Möch­te mir mein Gewissen das Zeugniß geben, daß dieß wirklich von mir ge­schehen ist! Es war Zag, ich hatte Zeit, Kräfte, Mittel, Gelegenheiten, mich in Recht- und Wohithun zu üben, Gutes zu befördern, Böses zu verhin­dern, andern nüglich zu werden, im­mer mehr Weisheit zur Führung des gegenwärtigen Lebens, immer mehr Fähigkeit zum Eingange in das Zu­künftige zu erlangen, das Maaß der Gnadenbelohnungen in jener Welt zu permehren, immer geschickrer zu wer­den, einst mit dir zu leben und zu herrs schen, indem ich jetzt mit dir kämpfe und dulde. Es kommt die Nacht, es können ungünstige Umstände eintreten, wo ich das nicht mehr thun kann, was ich jetzt zu thun vermag. Kurz ist der Zug, ungewiß die Zeit meines Lebens, und viel ist dessen, was ich noch zu thun habe! Erhalte diese Vorstellung in meinem Gemüthe stets gegenwärtig und lebendig. Lehre mich jeden Tag, jede Stunde, die du meinem Leben noch hinzusehen wirst, auf's Beste zu benußen und so anzuwenden, daß ich durch die Kraft deines Geistes mit je= dem Tage und jeder Stunde im Gus ten völliger, von Fehlern und Sünden freier, im Glauben stärker, in der Liebe rechtschaffner, meinen Nebenmen schen immer nüßlicher, dir, meinem Heilande und Herrn, immer ähnli­cher, deiner Gemeinschaft immer wür­diger, zu dem Besitze und Genusse des zukünftigen Lebens immer geschickter und einst als ein treuer Knecht bor dir erfunden werde, Herr Jesu! gieb es!

Amen.

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Am Schlusse der Woche. REND Des Morgens. Heiliger, unveränderlicher Gott! du nur bleibeſt wie du bist, nur deine Jahre nehmen kein Ende. Ich aber bin einer Feldblume gleich, die heute blüht und morgen schon welket. Mein Leben ist wie nichts vor dir. Meine Tage fliehen schneller als ein Strom. vorüber, und die ganze Zeit meiner Wallfahrt eilet und schwindet dahin, gleich den Stunden bei einem freund schaftlichen Gespräche. Es ist mir völ lig unbekannt, wie lange ich noch leben werde; und eben so wenig weiß ich, wann, wie und wo ich sterben werde. Nur du siehst die Stunde meines To des, und hast sie bestimmt, wie die Stunde meiner Geburt. Uch, wie wenig denke ich doch mit rechtem Ernst daran. Viele von meinen Nebenmen schen, die jünger waren, sah ich plöß­lich vom Tode übereilt, in's Grab tras gen, und ich lebte meistentheils sorg­los und sicher vor der Todesgefahr, als hätte ich von dir eine Versicherung darüber erhalten, daß ich von der all­gemeinen Herrschaft des Todes eine Ausnahme machen sollte. O mein Gott und Vater! lehre mich doch selbst bedenken, daß ich sterben muß, daß ich hier keine bleibende Stätte habe, son­dern, daß ich die zukünftige suchen muß, daß mein Leben auf Erden nur Vorbereitungs- und Uebungszeit sei, daß dieses Vorbereitungsleben alle Stunden ein Ende nehmen könne, und daß von der Anwendung dieses ver­gänglichen, hinfälligen und flüchtigen Lebens gleichwohl meine ewige Wohl= fahrt oder ewiger Verlust und Nach­theil für mich abhängt. Laß mich's nie vergessen, daß ich zu einem glückseligern ewigen Leben zwar geschaffen bin, daß mich aber vorher dein Gericht erwarz tet, das unpartheiisch bestimmen wird, ob ich mich durch das Beispiel Jesu dazu habe fähig machen lassen. Laß den Gedanken an die Flüchtigkeit mei­nes irdischen Lebens, an den Tod, an das Grab und an das Gericht und die Ewigkeit mir heute überall gegenwäre wor