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Fönnen. Ferne sei es daher von uns, deine Güte, die sich immer an uns ver
herrlicht, zu verkennen, wohl gar wi
Kirchenzebete.
der dich zu murren. Nein, in stiller Gelassenheit verehren wir die Wege deiner Vorsehung, hoffen auf dich; du wirst alles woht machen. Gabst du uns doch das Leben, hast es bisher väterlich erhalten; kennest du doch unsre Bedürfnisse besser, als wir selbst: o so wirst du uns auch Mittel und Wege zeigen, denselben abzuhelfen, unsern Unterhalt zu finden. Du, der du die Vögel ernährest und die Blumen kleis dest, wie könntest du uns, deine Kinder, vergessen? Bewahre unser Herz, o Gott! vor Unzufriedenheit und ängstlichen Sorgen, wodurch wir unsern Zustand noch trauriger machen. Verhüte es, daß wir blos unsern heurigen Verlust berechnen, erinnere uns vielmehr an die fruchtbaren Jahre, wo du uns so reichlich segnetest. Und haben wir das Gute empfangen, sollten wir das Böse nicht auch annehmen? Berhüte es, Allgütiger! daß keiner mit neidischen Auzen die Gegenden betrachte, in welchen man glücklicher, als hier, geerndtet hat; erwecke uns vielmehr, des Wohlstandes unsrer glücklichern Brüder uns so zu freuen, daß wir unsere eigene Noth weniger fühlen. Lehre uns die Kunst, durch Genügsamkeit, Sparsamkeit und Fleiß unsre Umstände zu verbessern; vereitle aber die Bemühungen derer, die ihren Bedürfnissen auf ungerechten Wegen abzuhelfen gedenken. Verleihe uns Muth und Weisheit, auch diese Prüfung so auszuhalten und anzuwenden, daß wir dadurch im Guten geübt, deines Beifalls immer würdiger werden. Im Vertrauen auf deine Verheißung, daß nicht aufhören soll Saat und Erndte, werden wir bald für's künftige Jahr unsern Saamen ausstreuen. Deiner schüßenden Aufsicht sei diese Aussaat empfohlen. Laß, wenn es deiner Weis heit gefällt, unser Uckerwerk nicht ohne Segen sein. Ja, wir hoffen d'rauf, daß du so gnädig bist, unser Herz freuet fich, daß du so gerne hilfest. Dein Name fei gelotet immer und ewiglich! Umen.
Nach gehaltener Schulpredigt. Gott, der du der beste Vater bist über
alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden! o daß doch wir alle, vorzüglich aber alle Weltern und Lehrer dein großes Beispiel willig nachahmen, und alles treulich thun möchten, die innen anvertrauten Kinder so weise und tugendhaft, so glücklich und selig zu machen, als sie es, nach der Anweisung deines Sohnes, werden können und sollen! Deine Liebe zu uns, bester Vas ter! ist so groß und zärtlich, so uner: müdet und thätig, daß wir sie nicht würdig genug rühmen können. Oso erwecke cenn dein erhabenes Beispiel gleiche Liebe zu den Kindern, in den Herzen aller Väter und Mütter, aller Lehrer und Erzieher, daß keiner unter ihnen so unnatürlich und pflichtvergess sen handle, die Kinder gering zu schägen und zu vernachlässigen, mit denen du sie durch die Bande der Natur oder des Amtes so genau vereiniget hast. Verursacht ihnen der Unterricht und die Erziehung ihrer Kinder viel Sorge, Mühe und Aufwand: so laß dadurch ihre Liebe zu ihnen nicht geschwächet werden; gieb ihnen vielmehr zu bedenken, daß sie ihre Kräfte, Zeit und Vers mögen nicht besser anwenden können, als wenn sie Geschöpfe glücklich machen, für die du durch Jesum, deinen Sohn, so viel gethan haft; in denen sie fortleben, und durch welche sie Wohlthäter der Nachwelt werden können. Deine Liebe zu uns, o Gott! ist auch eine weise Liebe. Du gebrauchst allezeit die rechten Mittel, uns glücklich zu machen; suchést bald durch Freuden, bald durch Leiden uns zu gewinnen, und giebst uns nie etwas, das uns schädlich werden könnte, so sehnlich wir es auch wünschen.
möchten doch alle Väter und Mütter auch so weise in der Liebe zu ihren Kins dern sein! Bewahre sie vor der Ver: blendung jene: falschen Liebe, welche Kinder verzicht, bei ihren Unarten zur Unzeit schweigt, ihre Fehler begünsti get und ungestraft läßt. Mache sie weise, Güte mit Ernst so zu verbinden, daß Liebe und Ehrfurcht gegen sie in den


