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Neu eingerichtetes Freibergisches Gesangbuch nebst einem Anhange neuer Lieder
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2.dermed 12 Kirchengebete.

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den, daß er nicht mit Freuden sich des armen, nothleidenden Bruders anneh­men sollte. Laß es uns bedenken, daß wir nur durch weise Wohlthätigkeit dir das Gute vergelten können, welches dir - Wir denken da­an uns gethan hast. her auch jest an die Mitbrüder, die durch Wetterschaden( durch Krieg) oder andere Unglücksfälle ihre Erndte gang, oder zum Theil verloren haben, und bei leeren Scheuren voll banger Sorgen der Zukunft entgegen sehen. Beruhige, Barmherziger! ihre bekümmerten Her­zen, und stehe ihnenen bei in der Noth! Erwecke ihnen theilnehmende Freunde, welche das Schicksal ihnen erleichtern, und verhüte es, daß keiner durch lieb­lose Urtheile oder harte Behandlung sie kránke, und dadurch ihnen die Leiden XU­unerträglich mache. So laß uns, gütiger! mit menschenfreundlichen Her zen uns deines Segens freuen, und durch deine wohlthuende Güte im Gu­ten geübt und gestärkt werden. Dann reifen wir zu einer ewigen Erndte, wo wir die Früchte eines gut geführten Le­bens in ungestörter Seligkeit genießen sollen. Amen.

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und kommen mit Frohlocken vor dein Angesicht, um dir am Schlusse der Erndte das schuldige Opfer des Dankes, darzubringen. Welche Reihe von Wohl­thaten stellt sich auch jest unserm be trachtenden Geiste dar! Du hast nach deiner Weisheit die Witterung so ab­wechseln lassen, daß Regen und Son­nenschein das Wachsthum und Reifen der Früchte befördert. Alles, was uns die Freude der Erndte hätte vereiteln, oder nur vermindern können, hast du von unsern Fluren mächtig entfernt. Du verliehest uns Kräfte und Gesund­heit, Friede und Ruhe, um unsre Feld­arbeiten ungestört, und mit Lust ver­richten zu können. Und so sind denn unfre so reichlich angefüllten Scheu­ren Denkmåler deiner Macht, Weis­heit und Güte! Gott! du hast Gro­Bes an uns gethan, deß sind wir fröh­lich! O, laß dir wohlgefallen unsre Lob- und Dankgesange, in die sich die Empfindungen unsrer gerührten Sper­zen ergießen. Hore, was wir aus Dankbarkeit einmüthig und feierlich dir geloben: deiner Güte, o Vater! wollen wir nie vergessen, deine Wohl­thaten nie mißbrauchen; jeder Genuß des soll uns in

der Liebe, im Gehorsam und im Ver­trauen zu dir stärken. Dies sind un­fre heiligen Gelübde. Gott! gieb uns Kraft, diese Vorsäge zu erfüllen. Dlaß uns keinen unter uns vergessen, daß alles, was wir eingesammelt ha­ben, nur dein Eigenthum, und ein jeder von uns nur dein Haushalter ist. Erinnere uns bei dem Gebrauche dieser anvertrauten Güter öfters an den Tag der Rechenschaft, und lehre uns deine Saben so anzuwenden, daß wir als treue Knechte von dir erfunden werden. -Nicht blos für uns, nein, auch für unsre dürftigen Mitbrüder hast du, Ba­ter aller Menschen! uns so reichlich erndten lassen. Die Witwe und die Waise, der Verlassene und der Urme hat, nach deinem väterlichen Willen, Ansprüche auf einen Theil unsrer Vor­rathe. Gott, du im Wohlthun uns ermüdeter Gott, laß doch keinen von uns vom Eigennuge so verhärtet wer­

b) Nach einer Mißerndte.

Gott! du erbarmest dich aller deiner Geschöpfe, du wirst dich auch unser er­barmen, ob du uns gleich betrübet hast. Diese Hoffnung zu deiner Vatergûte er­muntert uns auch heute zum Lobe deis nes heiligen Namens. Freilich ist die Freude über die vollbrachte Erndte nicht ganz ungetrübt. Ach! die Erinnerung an jenen fürchterlichen Tag, der unsre Saaten zerstörte, erpreßt noch iegt uns bange Seufzer! Doch auch diese trau­rigen Erfahrungen sollen uns nicht abe halten, dich, o Gott! zu loben, dir zu danken. Hattest du doch gewiß die wei­sesten und gütigsten Absichten, warum du uns die Freude der Erndte vercitel­test. Haben wir auch nicht reichlich ge­erndtet, so bast du uns doch noch etwas, und mehr als wir vermutheten, ein­sammeln lassen. Dein ist es, daß wir bei Gesundheit unsre Erndtearbeiten haben vollenden; dein ist es, daß wir uns der Ruhe und des Friedens erfreuen