Vorbericht.
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Je zweckmäßiger durch treue Bemühungen alles, was zum
christlichen Gottesdienste gehört, nach der eigentlichen Bestimmung desselben eingerichtet wird, desto mannigfaltiger und größer ist der Segen, welchen jedermann davon erwarten darf. Einen besondern und vorzüglichen Theil der öffentlichen und häuslichen Verehrung Gottes machen unstreitig die Gesänge aus, die entweder zu lebhaftern Darstellungen aller der Gesinnungen und Empfindungen, welche die Lehren des Christenthums erwecken und unterhalten sollen, bestimmt, oder zu ges meinschaftlichen Belehrungen, Ermahnungen, Warnungen und Tröstungen eingerichtet sind. Auch hier ist's Pflicht, stets nach einer größern Vollkommenheit zu streben und dem Gefühle dieser Pflicht ist der ausgebreitete Eifer unsrer Zeiten zuzuschreiben, auch die der öffentlichen und häuslichen Andacht gewidmeten Liedersammlungen einer größern Vollkommenheit und Nutzbarkeit näher zu bringen; die bereits vorhandenen Gesänge zu verbessern; diejenigen, welche ihrer Bestimmung nicht genug zu thun scheinen, mit angemessenern zu verwechseln; und auch neue mit Fleiß und wahrer Theilnehmung an ihrem Inhalte ausgearbeitete Lieder, besonders über Materien, worüber man noch keine brauchbare hatte, zu jenen hinzuzufügen. Gelinget diesem Gifer nicht Alles, was er unternimmt, so vollkommen, als es einer
löblichen Absicht wegen zu wünschen wäre: so verliert derselbe dadurch weder seinen Werth, noch den Segen, den er im Vertrauen auf Gott von redlichen Bestrebungen nach diesem Ziel Hoffen kann.


