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Geistliches Liederkästlein zum Lobe Gottes bestehend aus 732 kleinen Oden über so viel biblische Sprüche : Kindern Gottes zum Dienst aufgesetzt ; in 2 Theilen / von Philipp Friedrich Hiller
Entstehung
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Hillers Lebenslauf.

Barmherzigkeit nicht von mir reißen, und mich einst auf den Versöhnungstod Jesu Christi, seines Sohnes, meines Herrn, selig hinsterben, und in diesem die Auferstehung und das ewige Leben finden lassen. Dem Vater der Barmherzigkeit sey Ehre, nun und zu ewigen Zeiten! Amen. Den 8. Mai 1763.

X

Hier schließt Hiller. Hören wir weiter seinen Sohn. Die Absichten des demüthigen Mannes," sagt dieser von seinem Vater, den Lebenslauf selbst auf­zusetzen, sind gewesen: theils das, oft übertriebene Nachrühmen bei seinem Leichen­begängniß zu verhüten, theils sich nach seinem Tode bei seiner Gemeine noch so bekannt zu machen, daß alle Ehre und Ruhm seines Lebens auf Gott allein zu­rückgeführt würde.- Schon 1760, den 7. Dezember, erwartete Hiller sein, nach neun Jahren erst erfolgtes Ende. Damals setzte er die Umstände seines Lebens auf. Die Seinigen haben oft gesehen, wie er sich in den Nöthen im Herrn gestärkt und erfahren, wie er seines Angesichts Hilfe und sein Gott gewesen. In seinen trostlosen Umständen floß tröstender und köstlicher Unterricht, Ermahnung und Rath für sie und vielen und außer seiner Gemeine.

Sein Leib war schwach und klein, aber muntere Gottseligkeit herrschte dar­innen, und machte seinen Umgang anständig, angenehm, gewürzt und lebhaft.

In der Dicht- und Redekunst hatte er eine vorzügliche Gabe und Geschick­lichkeit. Er hatte sie aber dem Wort Gottes aufgeopfert, nicht das Wort Gottes der Redekunst, nach Art so vieler neumodischen Dichtkünstler.

In hohem Alter blieb er grünend und frisch; wurde aber des Lebens in gutem Frieden zuletzt satt, und in der Welt ein ganzer Fremdling; wie er denn oft in den letzten Jahren zu sagen pflegte: daß er so genug gelebt habe, ob ihm gleich keine besondere Noth das Leben entleide."

Wirkte die viele Medicin gleich nicht zur Wiederherstellung der Stimme; so wurde doch seine schwache Natur und Gesundheit wider alles Ver­muthen bis zu einem hohen Alter gestärkt."