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Geistliches Liederkästlein zum Lobe Gottes bestehend aus 732 kleinen Oden über so viel biblische Sprüche : Kindern Gottes zum Dienst aufgesetzt ; in 2 Theilen / von Philipp Friedrich Hiller
Entstehung
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Hillers Lebenslauf.

IX

Und wenn Fehler geschahen, so gewann seine Geduld jederzeit, was die Fehler hätten verderben können."

Lassen wir nach dieser längeren Unterbrechung Hiller selbst wieder zum Wort kommen!

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So groß diese Wohlthaten sind, so ist doch seine Barmherzigkeit im Geist­lichen an mir noch viel größer gewesen. Davon will ich nun noch Etliches rüh­Die erste geistliche Wohlthat empfing ich in meiner heiligen Taufe, da mich Gott nach seiner Barmherzigkeit selig gemacht hat durch das Bad der Wiederge­burt und Erneuerung des heiligen Geistes, welches mich oft in Anfechtung getröstet hat. Hernach hat er noch in der Kindheit und bei dem ersten Abendmahl mein Herz kräftig gerühret und zum Gebet und Lob Gottes kräftig angetrieben. Als ich mich in Maulbronn durch Verführung der Bösen in die Schlinge des Satans ziehen ließ, hat er mich dennoch nicht verstockt werden lassen; sondern nach dem Reichthum seiner Barmherzigkeit wieder zu sich bekehrt. Ferner hat er mich, son­derlich in Nürnberg, seine Erbarmung unter vielen, fast unerträglichen Anfech­tungen reichlich erfahren lassen. Ferner hat er in meinem Amt unter vieler herz­licher Beschämung über meine Unireue, Unverstan, Leichtsinnigkeit, Trägheit und andere Unarten mich in dem Blute meines Heilandes die tägliche Vergebung mei­ner Sünden nach seiner ewig währenden Barmherzigkeit reichlich empfinden lassen, und mich bei seinem Abendmahl erquickt. Ferner hat er mich in der Liebe seines göttlichen Worts erhalten, und mich in der Erkenntniß Jesu Christi, meines Er­lösers, wachsen lassen, auch, nach mancherlei Thränen, meine aus dringender Bekümmerniß über meine Gemeine mit Zittern angefangenen Sonntagsstunden, und die, in eben diesen stimmlosen Jahren über mein Vermuthen ausgefertigten Büchlein nicht ohne Segen seyn lassen; welches hiemit zum Ruhm seiner un­verdienten Barmherzigkeit gemeldet sey. Hieran mag genug seyn! Mein Leßtes ist, daß ich seiner Verheißung traue, und hoffe, er werde doch im Sterben seine