VIII
Hillers Lebenslauf.
Entfernung desselben wendeten. Auf ihrem Wege nach Heidenheim sollen jedoch jene Delegirte ein Papier gefunden haben, das, ohne ihr Wissen, ihrem eigenen Pfarrer auf einem Spaziergang aus der Tasche gefallen war. Jenes Blatt enthielt ein vortreffliches Lied, von dem sie gerührt wurden, und so säumten fie nicht, es ihrem Herrn Special vorzulegen, nebst der Bitte, daß nicht der stimmlose Hiller, sondern der Mann, von welchem dieses Lied stamme, hinfort ihr Pfarrer seyn möchte. Der Special habe bald hernach die Bürgerschaft von Steinheim auf dem Rathhaus versammelt, die Beschwerden der einen Parthei ruhig angehört, und ihnen sodann, nachdem sie den Verfasser jenes Liedes gewünscht, ihren eigenen Pfarrer vorgestellt, welchen sie sodann mit reuiger Beschämung und erneuerter Liebe wieder angenommen haben."
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Man mag nun über diese Erzählung denken, wie man will; kann namentlich die Episode von dem zufällig gefundenen Liede als sagenhaft und außerwesentlich fallen lassen; jedenfalls muß man den Rest, der über Abzug dieser Sage noch überbleibt, als unzweifelhafte Begebenheit festhalten, oder doch zugeben, daß sich etwas Aehnliches zugetragen hat. Dieß ist auch ganz unzweideutig von Hillers Sohn bezeugt; der uns zugleich zeigt, wie sich sein Vater bei solchen unverdienten Kränkungen benommen hat. Seine Worte find: ,, Was er für Schaden, Verdruß, heimliche Tücke, offenbare Widerwärtigkeiten von dem gewaltigen, aber leichtesten Theil der Gemeine, die er schriftlich und mündlich, öffentlich und besonders mit der Wahrheit Gottes verpflegte, auszustehen hatte, suchte er oft mit sanftmüthigem Ernst zu beantwortey, beständiger aber mit priesterlicher Fürbitte zu vergelten. Da sein eigenes Verhalten erst in Wahrheit und Gerechtigkeit war, so achtete er muthig die Gottlosen für nichts; dagegen die geringsten und verachtetsten Frommen mit aller herzlichen Liebe hoch. Mit Einfalt und Vorsichtigkeit übte er die Regel Christi thätig: Seyd klug, wie die Schlangen und ohne Falsch, wie die Tauben.
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