544 Nachdenken über das heil. Abendmal.
Auf keine eindrücklichere und gegen alle Zweifel und Besorgnisse des Gewissens mehr gesicherte Art, hätte mich Gott überzeugen können, daß ich bei redlicher Besserung der Seele und des Lebens, auf das Verdienſt Jesu mein Vertrauen setzen, und durch diesen Glauben gerecht und selig sein soll.
So will ich dann, o ewige Liebe! dich mit einem demüthigen und starken Vertrauen ehren. Fest will ich glauben, Dir glauben, damit ich auch die Gerechtigkeit von dir erlange. Dieß sei mein Trost bei den noch übrigen so mannigfaltigen und großen Mängeln und Flecken meiner Liebe und meines Gehorsams.
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2) Nun ist dann auch meine Hoffnung des ewigen Lebens um so viel fester. Dieß soll mir ein neuer Zügel für die Sünde, und ein neuer Sporn zu allem Guten werden.
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3) Eine solche Barmherzigkeit meines Gottes, und eine solche Seligkeit, soll mich dann auch mit neuer Geduld und Muth bewaffnen. Bei den Beschwerden und Belästigungen meines Leibes; bei den vielen Widerwärtigkeiten des Lebens; bei den Beunruhigungen und Mühseligkeiten meines Standes und Berufs; bei den beschwerlichen und gefahrvollen Kämpfen wider die Sünde: Da, und sonst allenthalben, wo ich die Last dieser Wanderschaft fühle, will ich auf dich blicken, Sohn Gottes: der du selbst durch Leiden zu einem gütigen Regenten deiner Menschen eingeweihet worden!
4) Durch Gottes Gnade kann ich auch von mir sagen: Mir ist viel, sehr viel vergeben! Ach, mögt ich doch auch sagen können: Darum lieb ich dich auch viel!- Du, o Gott, wirst mit meiner Schwachheit gnädiges Erbarmen tragen, und ihr gnädig aufhelfen.
5) Solche unermeßliche Herablassung, Langmuth,


