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Geistliche Oden und Lieder / von C. F. Gellert. Mit einem dreifachen Register und dem Einmaleins
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COME

Sorge nicht, wie früh du stirbst; Deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur den Tod nicht scheu'n, Lern' auch seiner dich erfreu'n.

Ueberwind ihn durch Vertrau'n, Sprich: ich weiß, an wen ich glaube, Und ich weiß, ich werd' ihn schau'n, Einst in diesem meinem Leibe, Er, der rief: es ist vollbracht! Nahm dem Tode seine Macht.

Tritt im Geist zum Grab oft hin, Siehe dein Gebein versenken; Sprich, Herr, daß ich Erde bin, Lehre du mich selbst bedenken; Lehre du mich's jeden Tag, Daß ich weiser werden mag.

52. Betrachtung des Todes.

Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; Und dennoch schmeichelt er sich gern, Der Tag des Todes sei noch fern.

Der Jüngling hofft des Greises Ziel, Der Mann noch seiner Jahre viel, Der Greis zu vielen noch ein Jahr, Und feiner nimmt den Irrthum wahr.

Sprich nicht: ich denk in Glück und Noth Im Herzen oft an meinen Tod.