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Geistliche Oden und Lieder / von C. F. Gellert. Mit einem dreifachen Register und dem Einmaleins
Entstehung
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Er fennt und will dein Glück, Er höret deines Weinens Stimme, Verbirgt er gleich in seinem Grimme Sich einen kleinen Augenblick.

Gott ließ so manchen seiner Frommen In dieß Gefühl des Elends kommen, Und stund ihm mächtig bei.

Du sollst dein Nichts erkennen lernen, Sollst das Vertrau'n auf dich entfernen, Und sehn, was Gottes Gnade sei.

Vor Sicherheit dich zu bewahren, Läßt er dich seine Streng' erfahren Und schickt dir diese Last.

Er reinigt dich wie Gold im Feuer, Macht dir das Heil der Seele theuer, Damit du haltest, was du haft.

So wie ein Vater über Kinder, Erbarmet Gott sich über Sünder, Die seinen Namen scheu'n. Dein Seufzen ist ihm nicht verborgen. So fern der Abend ist vom Morgen,

Läßt er von dir die Sünde sein.

Zwar ist um Trost dir jetzo bange; Denn alle Züchtigung, so lange

Sie da ist, scheint uns hart. Doch nachmals wird sie friedsam geben Frucht der Gerechtigkeit und Leben

Dem, der durch sie geübet ward.