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Geistliche Oden und Lieder / von C. F. Gellert. Mit einem dreifachen Register und dem Einmaleins
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Bin abgeneigt vor Gott zu treten; Ich ber', und kann nicht gläubig beten; Ich glaube Gott, doch ohne Licht.

Sonst war mir's Freude, seinen Willen Von ganzem Herzen zu erfüllen; Sein Wort war mir gewiß. Jetzt kann ich's nicht zu Herzen fassen, Und meine Kraft hat mich verlassen,

Und meinen Geist deckt Finsterniß.

Oft fühl' ich Zweifel, die mich quälen; Heul' oft vor Unmuth meiner Seelen, Und meine Hülf' ist fern.

Ich suche Ruh', die ich nicht finde; In meinem Herzen wohnt nur Sünde,

Nur Unmuth, keine Furcht des Herrn.

Zag' nicht, o Christ, denn deine Schmerzen Sind sichre Zeugen besfrer Herzen, Als dir das deine scheint.

Wie könntest du dich so betrüben, Daß dir die Kraft fehlt, Gott zu lieben,

Wär' nicht dein Herz mit ihm vereint?

Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, Noch Jesum seinen Herrn zu nennen, Als durch den heil'gen Geist. Hast du nicht diesen Geist empfangen? Er ist's, der dich nach Gott verlangen Und sein Erbarmen suchen heißt. Vertrau' auf Gott. Er wohnt bei denen, Die sich nach seiner Hülfe sehnen:

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