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Doch so verderbt wir sind, so schwach, uns selbst zu heilen,
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So steuert Gott doch der Verdorbenheit;
Läßt durch sein heilig Wort uns neue Kraft ertheilen, Licht der Vernunft, dem Herzen Reinigkeit.
Und willst du dieser Kraft, o Mensch, dich widersetzen, Sie beut sich an, du aber wehrest ihr?
Und willst des größten Glücks dich selber unwerth schätzen?
Erkenne Gott, noch steht dein Heil bei dir!
45. Wider den Uebermuth.
Was ist mein Stand, mein Glück und jede gute Gabe? in unverdientes Gut!
Bewahre mich, o Gott, von dem ich alles habe, Vor Stolz und Uebermuth.
Wenn ich vielleicht der Welt mehr als mein Nächster nüße,
Wer gab mir Kraft dazu?
Und wenn ich mehr Verstand, als er besitzt, besitze, Wer gab mir ihn, als du?
Wenn mir ein größer Glück, als ihn erfreut, begegnet, Bin ich ein beff'rer Knecht?
Gibt deine Gütigkeit, die mich vor Andern segnet, Mir wohl zum Stolz ein Recht?
Wenn ich geehrt und groß in Würden mich erblicke, Gott, wer erhöhte mich?


