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Geistliche Oden und Lieder / von C. F. Gellert. Mit einem dreifachen Register und dem Einmaleins
Entstehung
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Die Wunder der Natur, die Gott zu Lehrern machte, Stehn vor mir da, und diese hör' ich nicht.

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Und heißt ihr Anblick mich auf seine Weisheit schließen, Auf Güt' und Macht: so schließt nur mein Verstand; Das Herz bleibt ungerührt, betäubt bleibt das Gewissen, Und Gott, mein Herr und Vater, unbekannt.

Er schenkt mir so viel Glück. Gebrauch ich seine Güte Zu meinem Heil, und geb' ich ihr Gehör? Nein, durch den Mißbrauch selbst verschließ ich mein Gemüthe Der Dankbarkeit und Liebe desto mehr.

Oft sagt mir mein Verstand, daß des Allmächt'gen Gnade Das größte Gut, der Trost des Lebens ist, Und welche Schulden ich auf mein Gewissen lade, Wenn sie mein Herz für Menschengunst vergißt!

Und doch, o Gott! wie oft geb ich dieß Glück der Seelen, Dir werth zu sein, für findischen Gewinn. Für einen Ruhm der Welt, für Lüfte, die mich quälen, Für Eitelkeit und für ein Nichts dahin!

Gott ist der Herr der Welt; auf seine Hülfe bauen Ist meine Pflicht. Doch wenn gehorch ich ihr? Bald bebt mein Herz vor Furcht, und bald ist das Vertrauen,

Das mich beseelt, nur ein Vertrau'n zu mir.

Dieß ist des Menschen Herz. Wer hat dieß Herz verheeret? So kam es nicht, o Gott, aus deiner Hand. Der Mensch durch eigne Schuld hat seine Würd' entehret, Und beides fiel, sein Herz und sein Verstand.