Druckschrift 
Hannoversches Kirchen-Gesangbuch, nebst einem Anhange, Gebetbuche und den Episteln : auf Seiner Kgl. Majestät Allergnädigsten Befehl hrsg.
Entstehung
Einzelbild herunterladen

dnebst den festlichen Vorlesungen.

Vorlesungen, pre Vormittage. Pf. 103. Lobe den HErrn, meine ſeele, und was in mir ist, seinen heiligen na­men. Lobe den HErrn, meine seele, und vergiß nicht, was er dir gutes ge­than hat. Der dir sünde

vergiebet und heilet alle deine gebre­chen, der dein leben vom verderben erlöset, der dich krönet mit gnade und barmherzigkeit; der deinen mund fröhlich macht und du wieder jung wirst, wie ein adler. Der HErr schaf fet gerechtigkeit und gericht allen, die unrecht leiden. Er hat seine wege Mosen wissen lassen, den findern Israel sein thun. Barmherzig und gnädig ist der HErr, geduldig und von großer güte. Er wird nicht im­mer hadern, noch ewiglich zorn hal­ten. Er handelt nicht mit uns nach unsern sünden, und vergilt uns nicht nach unserer missethat. Denn so hoch der himmel über der erde ist, läßt er seine gnade walten über die, so ihn fürchten. So fern der morgen ist vom abend, läßt er unsere übertretung von uns sein. Wie sich ein bater über fin­der erbarmet, so erbarmet sich der HErr über die, so ihn fürchten. Denn er kennet, was für ein gemächt wir sind; er gedenket daran, daß wir staub sind. Ein mensch ist in seinem leben wie gras, er blühet wie eine blume auf dem felde; wenn der wind darüber gehet, so ist sie nimmer da, und ihre stätte fennet sie nicht mehr. Die gnade aber des HErrn währet von ewigkeit zu ewigkeit, über die so ihn fürchten, und seine gerechtigkeit auf findesfind, bei denen, die seinen bund halten, und gedenken an seine gebote, daß sie dar­nach thun. Der HErr hat seinen stuhl im himmel bereitet und sein reich herr­schet über alles. Lobet den HErrn, ihr seine engel, ihr starken helden, die ihr feinen befehl ausrichtet, daß man höre die stimme seines wortes. Lobet den HErrn alle seine heerschaaren, seine diener, die ihr seinen willen thut. Bo­bet den HErrn alle feine werke, an

81

allen orten seiner herrschaft. Robe den HErrn meine seele.

Nachmittags. Pf. 104, v. 1 bis 15

und v. 24 bis 35.

Lobe den HErrn, meine ſeele. HErr mein herrlich, du bist schön und prächtig geschmüct. Licht ist dein kleid, das du an hast; du breitest aus den himmel wie einen teppich. Du wölbest es oben mit wasser; du fährest auf den wolken, wie auf einem wagen, und gehest auf den fittigen des windes, der du machst deine engel zu winden und deine die­ner zu feuerflammen, der du das erdreich gründest auf seinen boden, daß es bleibet immer und ewiglich. Mit der tiefe dedest du es, wie mit einem kleide, und wasser stehen über den bergen. Aber von deinem schelten fliehen sie, von deinem donner fahren fie dahin. Die berge gehen hoch her= bor und die breiten seßen sich herun­ter zum ort, den du ihnen gegründet hast. Du hast eine grenze geseßt, dar­über kommen sie nicht, und müssen nicht wiederum das erdreich bedecken. Du läsfest brunnen quellen in den gründen, daß die wasser zwischen den. bergen hinfließen, daß alle thiere auf dem selde trinken und das wild seinen durst lösche. An denselben sißen die vögel des himmels und singen unter den zweigen. Du feuchtest die berge von oben her; du machest das land voll früchte, die du schaffest. Du läsfest gras wachsen für das vieh, und saat zu nuß den menschen, daß du brot aus der erde bringest, und daß der wein erfreue des menschen herz, und seine gestalt schön werde vom öl, und das brot des menschen herz stärke. HErr, wie sind deine werke so groß und viel? Du hast sie alle weislich geordnet, und die erde ist voll deiner güter. Das meer, das so groß und weit ist, da wimmelts ohne zahl, beide groß und kleine thiere. Daselbst gehen die schiffe; da sind wallfische, die du gemacht hast daß sie darinnen scher­6