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Hannoversches Kirchen-Gesangbuch, nebst einem Anhange, Gebetbuche und den Episteln : auf Seiner Kgl. Majestät Allergnädigsten Befehl hrsg.
Entstehung
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für die mannigfaltigen Wohlthaten GOttes.

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hat sich auch GOtt geneigt 3u uns| bau betrachte, Dein meisterwerk, das blut- armen fündern: Er schenkt uns schöne licht bei nachte, Den monden­gnade, lieb' und huld, Bergiebt uns schein, die sterne auch dabei, Die deine gnädig alle schuld Und hilft uns über- hand geseßet nach der reih; winden.

4. So fang ich an: wie daß du so bedenkest Den sterblichen! wer ist es, dem du schenfest So reiches gut? was sag ich doch davon, Daß deine treu besucht des menschen sohn?

5. Zwar hast du ihn ein wenig hier auf erden, Als engel sind, geringer lassen werden: Jeden noch auch mit herrlichkeit bedacht, Mit majestät ge= front und groß gemacht;

6. Weil alle ding' ihm unterthan sein müssen. Du legest ihm dahin zu seinen füßen Was deine hand erschaf­fen und gethan, Was odem hat und fich regt um und an:

7. Der rinder schaar, der schafe große heerden, Und alles vich, das nimmer zahm will werden, Der vö­gel heer, so in den lüften schwebt, Der fische zahl, die in dem wasser lebt.

8. HErr unser GOtt, beherrscher aller herren! Wie herrlich ist dem na­me weit und ferren, Wie wird sein glanz so prächtig vorgestellt, Und stre­det sich durch diese ganze welt!

5. Er giebt uns seinen guten geist, Berneuert das gemüthe, Daß wir vollbringen, was er heißt, Und trauen seiner güte; Er hilft uns hier mit gnad und heil, Berheißt uns auch ein herr­lich theil Von seinen ew'gen schäßen.

6. Nach unsrer ungerechtigkeit Hat er uns nicht vergolten, Sondern er­jeigt barmherzigkeit, Da wir verder­ben sollten; Er ist mit gnad' und Freundlichkeit Denselben immerfort bereit, Die ihn von Herzen lieben.

* 7. Was GOtt nun angefangen hat, Das woll' er auch vollenden; Wir geben uns ganz einer gnad', Opfern uns seinen händen Und thun darne­ben unsern fleiß, Hoffend, er wird zu seinem preis All' unsern wandel wen­

den.

* 8. O vater, steh uns gnädig bei, Weil wir sind im elende, Daß unser thun aufrichtig sei Und nehm ein selig ende; Leucht uns mit deinem hellen wort, Daß uns an diesem dunkeln ort Kein falscher schein verblende.

9. O GOtt, nimm an den preis

Mel. Von GOtt will ich nicht 2c. will zu aller stunde Er­

und dank, Den wir voll andacht fin= 20. heben GOttes preis Mit gen, Und laß dein wort mit freiem Flang Durch unsre herzen dringen. Dhilf, daß wir mit deiner kraft Durch eine gute ritterschaft Die lebens- tron erringen.

herzen und mit munde Auf sein wort und geheiß. Ich will des HErren lob Ausbreiten und vermehren, Daß es die armen hören und sich erfreuen drob.

2. Laß uns beisammen stehen Je­

Mel. Mein herz und feel den 2c.

19.

scher aller herren, Wie herrlich ist dein name weit und ferren! Wie scheinet er der ganzen welt her­für! Wie strecket sich im himmel deine zier!

2. Der finder mund, die an den brüsten liegen, Red't schon von dir, ohn' reden, in den wiegen; Der schwa­dhe mund, du lehrst ihn deinen preis, Daß er den feind zu widerlegen weiß.

3. Wenn ich bei mir den Himmels­

der nam'n erhöhen In lieb und einigkeit. Als ich den HErren bat, Antwortet' er in gnaden, Und wandte furcht und schaden, Er schickte hülf und rath.

3. Die auf den HErren schauen Und seine wunder- hand, Derselben ihr vertrauen Wird nimmermehr zu schand'. Wenn der elende schreit, Will ihm GOtt sein begehren Ganz willig< lich gewähren, Er hilft zur rechten zeit.