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Johann Friedrich Stark's Ev. Predigers zu Frankfurt am Main, Communion-Buch [Kommunion-Buch], oder die andächtige Seele in der Beicht und bei dem heiligen Abendmahl, sammt zwölf Regeln einer feinen äußerlichen Zucht, wie man sich zu des Herrn Tisch nahen soll
Entstehung
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Zwölf Regeln einer feinen äußerlichen Zucht. 9

wenn man in das Aufschieben kommt, so können Jahr und Tag hingehen, ehe man dazu gelanget, und wird man sich immer unbereiteter und mit mehreren Hindernissen umgeben finden, als das erste mal. Darum lasse man sich nicht leicht zum Aufschieben bringen.

Outsid

2. Es ist nicht sein, daß man sich erst des Don­nerstags oder Freitags entschließet zum heiligen Abendmahl zu gehen, dazu soll man vierzehn Tage, oder zum wenigsten die ganze vorhergehende Woche anwenden. Nemlich also, daß man des Morgens und Abends eine besondere Untersuchung und Prü­fung anstelle, ob man seit dem letzten mal, da man zum heiligen Abendmahl gegangen ist, fröm­mer im Leben, behutsamer im Reden, andächtiger im Gebet geworden sei, ob man die Unarten ab­geleget habe, die man abzulegen Gott versprochen hatte? Ist es geschehen, so danke man GOtt, ist's nicht geſchehen, so schäme man sich vor GOtt und allen heiligen Engeln. In dieser Vorberei­tungs- Woche halte man sich alle Abend eine Stunde zum Gebet, Bibel- Lesen, Singen und Erweckung seiner Andacht. than

In dieser Vorbereitungs- Woche gehe man in keine Gesellschaft, halte sich still und eingezogen zu Hause, wache über seinen Mund und seine Re­den, fliehe Hader, Zorn und Unlust, und gehe mehr mit GOtt als Menschen um.

Zu diesem Umgang mit GOtt ist die Kirche und das Betkämmerlein gar gut, darin sich der bußfertige Sünder nicht soll schämen vor GOtt nieder zu knien, göttliche Gnade, den heiligen Geist zu seinem Vorhaben, und ein zerknirschtes