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Zwölf Regeln
einer feinen äusserlichen Zucht bei der Beicht und bei dem Genuß des heiligen Abendmahls. nodomunid( bil# 1919 all find asn
Weil die feine äusserliche Zucht, deren unser Catechismus gedenket, von vielen, theils aus Un wissenheit, theils aus Nachläßigkeit versäumet wird, so wollen wir dieselbe, sonderlich denen, so das erste mal zum heiligen Abendmahl gehen, zum Unterricht, in zwölf Regeln verfassen.
1. Fühlet man einen Trieb zum heiligen Abendmahl zu gehen, so schiebe man es nicht auf, denn dieser innerliche Trieb ist eine Einladung GOttes, welche man nicht ausschlagen soll. Das heilige Abendmahl empfangen wollen, wenn die aufgeschriebene Zeit kommt, machet keine andächtigen Christen. Ob man gleich niemand eine Zeit vorschreiben kann, so sagt doch der Mund JEsu, wir sollen es oft thun, und Paulus, wir sollen oft von dem gesegneten Brod essen, und oft den ge= segneten Kelch trinken, um dadurch JEsu heiligen Leibes und Blutes theilhaftig zu werden.
Es hat die Erfahrung gelehret, daß zu der Zeit, wenn man sich vorgenommen, zu dem Liebesmahl zu nahen, uns allerlei Gedanken vorkommen, es aufzuschieben, nemlich man sei noch nicht genug dazu bereitet, es sei die Woche bei uns etwas vorgefallen, man wolle es noch acht Tage aufschieben, wie es also auch Luther begegnet. Man wisse aber,


