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Unterricht
Menschen Leben und Tod vorlegt. Denn die Predigt ergeht unterschiedslos an alle Menschen, das Binden dagegen an beharrlich Unbußfertige und das Lösen an Bußfertige. Wäre unter dem Lösen nur die Verkündigung des Heils und unter dem Binden die Verkündigung der Verdammlichkeit des Unglaubens gemeint, so würden die Worte Christi was sich von selbst versteht besagen: Welchen ihr das Heil verkündigt, denen ist es verkündigt; welchen ihr die Strafbarkeit des Unglaubens verkündigt, denen iſt ſie verkündigt.
6. Was ihr auf Erden bindet werdet, betheuert der Herr, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel los sein. Ist es denn aber Gottes würdig, menschliches Urtheil hinterdrein bestätigen zu müssen? Und ist es denn nicht Gott allein, welcher solche Wirkungen, wie jenes Binden und Lösen, im innersten Seelenleben hervorbringen kann? Thörichte Einwände! Das Binden und Lösen des Dieners Christi und Gottes im Himmel ist kein verschiedenes, so daß das eine vorher, das andere nachher erfolgte. Auch sind es nicht mensch liche Wirkungen, sondern menschlich vermittelte Wirkungen Gottes. Gott selbst ist es, der in Gemäßheit seines ewigen Gnadenrathschlusses und seines neutestamentlichen Gnadenhaushalts die Seele mittelst des Amtes der Schlüssel entweder der Bürde ihrer Sünden entledigen oder damit beschweren, ihr entweder seine Gnade oder seinen Zorn zu schmecken geben will. Jesus Christus der Erhöhete ist seiner Kirche nicht


