I. über die Beichte und die Absolution.
bußfertig; ihre Reue zeigte sich in ihren Thränen und ihr Glaube darin, daß sie die Füße Jesu mit diesen Thränen netzte. Zwar hatte sie Gnade in den Augen des Herrn gefunden schon ehe sie die Absolution empfing; ihr sind viel Sünden vergeben sagt der Herr Luc. 7, 47- denn ſie hat viel geliebet. Aber damit sie ihrer Sündenvergebung recht gewiß werde, bestätigt er ihr dieselbe in äußerlich vernehmbarer Weise, indem er zu ihr spricht: Dir sind deine Sünden vergeben. Ebenso Zachäus dem Zöllner Luc. 19, 1 ff. ,, Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen und so ich jemand betrogen habe, das gebe ich vierfältig wieder" diese Worte sind Zachäus' Beichte, und des Herrn Worte: ,, Heute ist diesem Hause Heil widerfahren" sind seine Abſolution. Gewiß hat er diese Macht der Sündenvergebung noch weit öfter ausgeübt; die Welt würde ja die Bücher nicht begreifen, die wenn uns alles erzählt werden sollte zu beschreiben gewesen wären. Er ist ja der im Buche Jesaia geweissagte Knecht Gottes, welcher sich seiner Sendung freut, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu heilen die zerstoßenen Herzen, zu predigen den Gefangenen daß sie los sein sollen, und den Blinden das Gesicht, und den Zerschlagenen daß sie frei und ledig sein sollen Luc. 4, 18. Zu dieser aneignenden Verkündigung des Evangeliums war er gesalbt mit Gottes Geiste, und Gott hatte ihm eine gelehrte Zunge gegeben, daß er wisse zu reden mit dem Müden zu rechter Zeit.
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