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Beicht- und Communionbuch / von Wilhelm Baur
Entstehung
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II. Das Abendmahl.

ihnen durch diese Handlung, Liebe, Demuth, demüthigen Liebesdienst. Er schaut in den Kreis der Jünger und mit tiefer Wehmuth spricht er: Einer unter euch wird mich ver­rathen. Petrus bricht mit seinem Bekenntniß hervor, daß er auch das Leben für ihn lassen werde. Der Herr aber sieht im Geist seine Vereinsamung- dort in Gethsemane wird keine Volksmenge mit ihrem Hosianna ihn umjubeln, dorthin werden selbst von den zwölf Jüngern nur elf ihm folgen, nur drei werden in seiner nächsten Nähe bleiben, diese drei werden schlafen, er wird allein sein mit seinem Gott, ach, mit dem Gefühl, als wär' er ohne seinen Gott, allein mit dem Gebet: nimm den Kelch von mir, wenns möglich ist, aber der Vater im Himmel wird es für unmöglich erklären, der Sohn wird unschuldig die Schuld der ganzen Welt auf sich nehmen, er wird den Kelch bis zum letzten Tropfen austrinken! In dieser Nacht, da alle Liebe ihre Fülle in dem Herzen Jesu zuſammen­drängt, da alles Leiden das Herz Jesu durchsticht, in dieſer Nacht, da auch die Seinen von ihm abfallen, hält er sie feſt und giebt ihnen sein Bleiben im Gehn, sein Leben im Sterben durch die Stiftung des heiligen Mahls.

3. Was giebt Jesus den Seinen im Abendmahl? Das ist die Frage, auf die wir nun vor allem eine Antwort haben müssen. Der Herr Jesus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brot, dankte und brach es und eprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für such gebrochen wird; solches thut zu meinem Ge­

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