I. Das Weizenkorn und der Weinstock.
da waren auch etliche Griechen unter dem Volke, die wollten Jesum gerne sehen. Als Jesus das hörte, antwortete er: die Zeit ist gekommen, daß des Menschen Sohn verklärt werde. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es sei denn, daß das Weizenkorn in die Erde falle und ersterbe, so bleibt es allein; wo es aber erstirbt, so bringt es viele Frucht( Johs. 12, 23 u. 24.). Ein untadelhaftes Weizenkorn war Jesus Christus, voll Keimkraft, voll nährender Speise. Wär' er allein geblieben, wär' er für sich in den Wegen Gottes gewandelt, hätt' er zwar alle Gerechtigkeit erfüllt, aber nur die Liebe nicht völlig erwiesen was wär' aus ihm geworden, was wär' er heute? Er wäre ohne Frucht durch diese Welt gegangen! Aber dieser Gedanke ist nicht zu denken. Denn das eben ist Christi Wunderthat, daß er nicht allein blieb, daß er liebte, daß durch die Liebe all sein Thun ein Leiden war um die sündige Menschheit, all sein Leiden ein Thun für die fündige Menschheit, daß er die Speise, die ihm der Vater bot, auch nahm als sie hieß: für uns zur Sünde werden( 2 Cor. 5, 21.), daß er den Kelch, den ihm der Vater einschenkte, auch trank, als er hieß: sterben für die Sünder. Durch seine Opferliebe starb er wie wir und ward begraben wie wir. Da hatte das untadelhafte Weizenkorn gewirkt, was es sollte: es hatte seine Gestalt und Schöne aufgegeben, um seine Kraft und Fülle mitzutheilen, es brachte viel Frucht: all die gläubigen Menschen, die der Zug seiner Liebe vom Kreuz und vom Throne her überwältigt hat. Für uns, für uns, so klingt es wieder. Denn auch
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