I. Das Weizenkorn und der Weinstock.
geliebet hat und sich selbst für mich dargegeben( Gal. 2, 20.). Aber außer diesem beständigen Essen des Fleisches und Trinken des Blutes Christi im Glauben, hat uns Christus noch ein Essen seines Leibes und Trinken seines Blutes im heiligen Abendmahl geschenkt und verordnet. Während er dort allgemein vom Fleisch und Blut redet, in welches er sich gekleidet, von der menschlichen Natur, in welcher er seinen ganzen Erdenwandel geführt, weist er uns im Abendmahl beſtimmt auf seinen Opfertod hin, auf den Leib, welcher am Kreuze erstarrte, das Blut, welches am Kreuze vergossen ward. Während dort die Worte nur von einem geistlichen Genießen zu verstehen sind, geschieht hier das geistliche Genießen nicht ohne das leibliche. Während dort das Wort Allen Christum darbietet, ob Einer sich etwa durch dasselbe zum Glauben und dadurch zum Genusse will bringen lassen, tritt im Abendmahl wie in der Taufe Christus aufs unzweifelhafteste weil aufs spürbarste an diesen bestimmten Menschen heran, der isset und trinket. Du kannst nicht leugnen, o Mensch, wenn du des Brotes Geschmack auf der Zunge, des Weines Kraft im Blute spürst, daß jetzt Christus eben an dich, grade und ganz besonders an dich, herangetreten und in dich hereingetreten iſt o daß das Mahl ein gnadenreiches Mahl des Lebens für dich wäre!
6. Christus ist das Weizenkorn, das uns das Brot, der Weinstock, der uns den Wein des Lebens bietet. Als ihm Israel bei seinem Einzug in Jerusalem das Hosianna zurief.
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