I. Das Weizenkorn und der Weinstock.
ihr nicht essen das Fleisch des Menschensohnes und trinken sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch isfet und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben und ich werde ihn am jüngsten Tage auferwecken( Johs. 6, 53 it. 54.).
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5. Zwar hat der Herr mit diesen Worten auf das Abendmahl schon hingedeutet, aber vom Essen und Trinken im Abendmahl für das Verständniß der Jünger noch nicht eigentlich geredet, sondern zunächst nur von dem beständigen Essen und Trinken des Fleisches und Blutes Jesu Christi, von der immerwährenden Aufnahme des Gottmenschen Jesu Christi im Innersten unsers Wesens durch den Glauben. Indem wir gläubig in Jesu Christi Erscheinung, seinen vollkommenen Gehorsam gegen den Vater, sein Leiden im heiligen Thun, sein Thun im heiligen Leiden, die Darbringung seiner selbſt am Kreuz, die Annahme des vollgiltigen Opfers durch die Auferweckung des Vaters uns versenken, indem wir dieß alles in gläubigem Gebet uns zueignen: für mich, für mich! essen wir das Fleisch des Menschensohnes und trinken sein Blut. Und wie wir täglich das leibliche Brod genießen, so sättigen wir uns von Tag zu Tage mit dem Christus, der durch das Evangelium unserm Glauben überall nahe ist, und trachten zu der Höhe des Christenlebens zu kommen, auf welcher Paulus sprechen durfte: Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben des Sohnes Gottes, der mich


