I. Das Weizenkorn und der Weinstock.
das ist die rechte Speise, das ist der rechte Trank!- Denn wir mögen fragen: Warum ward Gott Mensch? Und: Für uns, für uns! Für dich, für mich! das ist die Antwort, die freilich gläubige Herzen verlangt, dieselben aber, wo sie gefunden werden, mit Seligkeit durchschauert. Durch die Sünde aus Gott, aus der Liebe, aus dem Leben gekommen, waren wir der Welt, dem Selbst, dem Tode verfallen. Wir brauchten der Speise zum Leben, wir brauchten des lebendigen Gottes, wir brauchten der Liebe, in welcher Gott sich selbst uns mittheilt. Und diese Liebe, die uns erschienen ist, dieser Gottessohn, der in unser Menschenwesen eingegangen, dieses Leben, das sich sterbend für uns dahingegeben, Jesus Christus, iſt darum unseres wahrhaftigen Menschen Nahrung. Darum spricht Christus: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, der wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, der wird nimmermehr dürsten( Johs. 6, 35.). Und um genauer zu sagen, daß er durch sein gesammtes gottmenschliches Leben, das er lebt, um es für uns in den Tod geben zu können, unsers Lebens Leben wird, fügt er hinzu: Ich bin das lebendige Brot, vom Himmel gekommen. Wer von diesem Brot essen wird, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben der Welt( Johs. 6, 51.). Und um aufs Bestimmteste auszusprechen, daß wie alles Brot so auch das Brot, das er selbst ist, nur durch Essen Leben spendet, fährt er fort: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Werdet
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