I. Das Weizenkorn und der Weinstock.
stehest, ein Kind an der Grenze der Kindheit, aber du hast es durch all die Jahre deines zarten Kindeslebens schon empfunden, daß du nicht aus der Kindheit ausgehen mußt, um einen Heiland zu haben, daß dein Heiland geboren ist, um auch das Kindesleben zu durchleben. Du bist arm, aber den Armen wird das Evangelium gepredigt von dem armen Jeſu, der nicht hatte, wo er sein Haupt hinlegte, um uns in den Reichthum seiner Herrlichkeit einzuführen. Du hast tiefe Seelenschmerzen, das bringt dich dem Heiland nur näher, dem Seelenbetrübten bis in den Tod, der sich dir zuneigt bis in die tiefste Tiefe der Anfechtung. Du quälst dich in schmerzzerrissenen Leibe, ist auch ein Schmerz, wie Jesu Schmerz am Kreuze? Du mußt sterben und ins Grab gesenkt werden auch dein Jesus neigte das Haupt und verschied und ward begraben. Es ist nichts Menschliches, welches dem Sohn des lebendigen Gottes fremd geblieben wäre außer der Sünde. Denn der an Geberden ganz wie ein Mensch erfunden ward, spricht: Ich und der Vater sind Eins. Und bei dieser Einheit menschlicher und göttlicher Natur ists geblieben, weil die Sünde sie nicht zerrissen. Meine Speise ist die, daß ich thue den Willen des himmlischen Baters und vollende sein Werk, so kann er zu Gott gerichtet sprechen. Zu den Menschen gerichtet spricht er: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? Gottheit und Menschheit geeiniget, ein Mensch, der sagen darf: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, Niemand kommt zum Vater denn durch mich, das ists was wir brauchen,
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