Druckschrift 
Beicht- und Communionbuch / von Wilhelm Baur
Entstehung
Einzelbild herunterladen

I. Das Weizenkorn und der Weinstock.

7

Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürftet nach Gott, nach dem lebendigen Gott, wann werd' ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue( Pf. 42.)?

4. Wer mich siehet, der siehet den Vater, so spricht Jeſus Christus, und eben darum, weil in ihm die Gottheit und Menschheit in Einem vereinet und alle vollkommene Fülle erscheinet", eben darum ist er auch die Nahrung, der wir be­dürfen, die rechte Speise und der rechte Trank. Wir meinen, des Menschen Sohn anzusehen, und siehe, wir schauen zugleich den Sohn des lebendigen Gottes. Er tritt in die Welt ein und Klarheit leuchtet mitten in der Nacht und die himmlischen Heerschaaren singen: Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und an den Menschen ein Wohlgefallen. Er gehet aus dieser Welt hinaus und die Sonne verliert ihren Schein, die Erde bebt und der Vorhang am Tempel zerreißt. Er wandelt über die Erde hin in unserer armen Gestalt und der lebendige Gott bekennt sich zu ihm als seinem Sohne, und die Klarheit, die er bei dem Vater gehabt, bricht durch das Leben in Demuth und Berachtung immer wieder hindurch. Er kehrt im Leibe der Auferstehung vom Grabe zurück und mit Königsherrlichkeit spricht er: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden, und heißt seine Boten die Welt für ihn erobern. Wir meinen den Sohn Gottes anzusehen und siehe, wir schauen zugleich des Menschen Sohn. Was wär' ihm fremd, das uns Menschen eigen ist, außer der Sünde? Du