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Beicht- und Communionbuch / von Wilhelm Baur
Entstehung
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I. Das Weizenkorn und der Weinstock.

Sehnsucht, daß die Erfrischten den Herrn loben, dessen Gnadenbrunnen ein offener Born ist und Wassers die Fülle hat. In dem Glauben, daß Gott seinen Kindern Speise und Trank zum Leben giebt, singt David: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf grüner Aue und führet mich zum frischen Wasser( Ps. 23.). Die Pro­pheten klagen, daß das Volk mit der leiblichen Erhaltung sich genügen läßt und nicht für ihn selbst, den lebendigen Gott, das Innerste in Sehnsucht aufthut. Siehe, es kömmt die Zeit, spricht darum der Herr, Herr, daß ich einen Hunger in das Land senden werde, nicht einen Hunger nach Brot oder Durst noch Wasser, sondern nach dem Wort des Herrn zu hören( Amos 8, 11.). Mein Volk thut eine zwiefache Sünde, mich die lebendige Quelle verlassen sie, und machen ihnen hier und da ausgehauene Brunnen, die doch löchricht sind, und kein Wasser geben( 3er. 2, 13.). Aber die Gnade wird nicht müde. Sie läßt den Menschen von jenem Kinde sagen, das ihnen geboren, von jenem Sohne, der ihnen gegeben werden soll, der Wunderbar heißt, und verkündigt den Tag seines Kommens als einen Tag der Erntefreude, also der Brotesfülle( Jes. 9.), und sie läßt die Einladung ergehen: Wolan alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser, und die ihr nicht Geld habt, kommet her, kaufet und esset; kommet her und kaufet ohne Geld und umsonst, beides Wein und Milch( Jes. 55.). Der Vater kann seine Kinder nicht laſsen. Stillen will er das tiefste Verlangen, in welchem wir sprechen:

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