I. Das Weizenforn und der Weinstock.
Abraham weiß von uns nicht und Israel kennt uns nicht. Du aber, Herr, bist unser Bater, und unser Erlöser; von Alters her ist das dein Name( Jes. 63, 15 u. 16).
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3. Der Vater läßt seine Kinder nicht darben. Er giebt ihnen Speise und Trank zum Leben. Wir Menschen, die wir von ihm das Leben ursprünglich empfangen haben, sollen in der Erhaltung des Lebens immerdar den gegenwärtigen Gott, dessen Geschlecht wir sind, in welchem wir leben und weben, fühlen und finden. In jedem Mahl, das wir halten, sollten wir sehen und schmecken, wie freundlich der Herr ist. Wo wir essen und trinken, sollten uns Brot und Wein die Pfänder der gnadenreichen Gegenwart des Herrn sein. So haben die Menschen in der Unschuld des Paradieses wol überall Gottes Gemeinschaft geathmet und in jedem Essen und Trinken ihres Gottes sich wieder vergewissert. Es konnte der Leib nicht erquickt werden, ohne daß die Seele ihren Gott empfand und der Geist sich in Gott lebendig fühlte. Auch nachdem die verbotene Frucht gegessen war und der Kelch des Leidens getrunken werden mußte, ist Gott immerdar bedacht, seinen Kindern Speise und Trank zum Leben zu bieten, mit der leiblichen Ernährung seine heilsame Gnade. Er ließ Manna vom Himmel fallen und das war sein Verlangen dabei, daß die Kinder Israels auf die Frage: was ist das? die Antwort fänden: das ist die Gnade Gottes, die nicht Luft hat am Tode des Gottlosen, sondern daß er sich bekehre und lebe. Er schlägt Wasser aus dem Felsen und dahin geht seine
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