I. Das Weizenforn und der Weinstock.
sich gespalten, Heiden geworden, sein Gottesvolk.( 1 Moj. 12.) Er weckt in diesem Volke die Sehnsucht nach dem Bunde der Gnade durch das Gesetz, das die Sünde aufdeckt, giebt ihm einen Vorschmack der ewigen Gnade, die einst in seinem Sohne sich erschließen soll, in den vorbildlichen Opfern, und läßt die Propheten immer deutlicher den verkünden, in welchem die Fülle der Gottheit leibhaftig in Menschengestalt erscheinen soll. Gottes Liebe, welche den Menschen nach seinem Bilde geschaffen, ihm von seinem Geiste gegeben, ihn zu seiner Kindschaft berufen, ruhet nicht, bis sie ihn wieder zu sich zurückgebracht hat. Es geht durch das Prophetenwort ein herzbewegliches Rufen des Vaters nach seinen Kindern: Wie auf Adlersflügeln hab' ich euch aus Ägypten getragen, warum wollt ihr nicht unter dem Schatten meiner Flügel sicher ruhen? Ich hab' euch auferzogen und es an nichts fehlen lassen, warum wollt ihr von mir abfallen? Was hab' ich dir gethan, mein Volk, und womit hab' ich dich beleidiget? das sage mir. Ist nicht Ephraim mein trauter Sohn und mein liebes Kind? Darum bricht mir mein Herz gegen ihn, daß ich mich sein erbarmen muß! Kehre wieder, kehre wieder!- Und wenn dem Volke das Wasser der Trübsal über das Haupt schlagen will, dann dringt aus den frömmsten Herzen auf des Herrn Wort die Antwort: So schaue nun vom Himmel und siehe herab von deiner heiligen, herrlichen Wohnung. Wo ist nun dein Eifer, deine Macht? Deine große herzliche Barmherzigkeit hält sich hart gegen mich. Bist du doch unser Vater. Denn
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