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Beicht- und Communionbuch / von Wilhelm Baur
Entstehung
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I. Das Weizenkorn und der Weinstock.

Gemeinschaft mit deinem Heiland und dadurch um den festeſten Bund mit deinem Gott, um die Hinkehr deines ganzen Menschen in den heiligen Grund alles Lebens. Ja, halte dieß nur vor allem für gewiß: dein Gott will, daß du in einem Bund mit ihm stehest; du sollst dich selbst nicht denken, ohne Andacht zu Gott; deine Einkehr in dich führt dich vor Gottes Bild, das er selbst in dein Inneres gezeichnet; Frommsein ist das ächte Menschsein und dem Glaublosen fehlt des Menschen herrlichste Eigenthümlichkeit. Du haſt mit dem Pflanzenleibe das Wachsthum und das Absterben gemein, mit der Thierseele die Empfindung des Schmerzes und der Freude- der Geist, den dir Gott gegeben hat, hebt dich über alle andere Creatur. Du bist, indem du Geiſt bist, Gottes Bild und zur Gotteskindschaft berufen. Und wenn ein Weib ihres Kindes nicht vergißt, daß sie sich nicht er­barmte über den Sohn ihres Leibes- wie könnte Gott der Menschen vergessen, welche seines Geistes Kinder sind? Er geht ihnen, nachdem sie durch die Sünde seinen heiligen Geist betrübt haben, mit seinem strafenden und verheißenden Worte nach( 1 Mose 3.). Er läßt, wenn sie von seinem Geiste sich nicht wollen strafen und die Verheißung geben lassen, in äußern Plagen Strafgerichte über sie hereinbrechen. Er giebt nach der Sündfluth den Bogen des Friedens in den Wolken und versichert die neu sich ausbreitende Menschheit, daß er einen Bund der Gnade mit ihr haben will( 1 Mos. 9.). Er schaffet sich selbst, da die Völker, in welche die Menſchheit

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